Appenzeller Brauchtum und das Hackbrett aus Persien

FLAWIL. Das Hackbrett ist mit der Zither verwandt, stammt ursprünglich aus Persien, von wo es die Roma in den Nordwesten und damit in unsere Region brachten.

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Die Musiker: Maya Stieger, Geige, und Werner Alder, Hackbrett. (Bild: rk.)

Die Musiker: Maya Stieger, Geige, und Werner Alder, Hackbrett. (Bild: rk.)

FLAWIL. Das Hackbrett ist mit der Zither verwandt, stammt ursprünglich aus Persien, von wo es die Roma in den Nordwesten und damit in unsere Region brachten. Gewusst? Die meisten der knapp hundert Frauen und Männer, die sich am Mittwoch, auf Einladung der Beta und des Treffs 60 plus, von Werner Alder und der Geigerin Maya Stieger mit Informationen und Klängen verwöhnen liessen, waren überrascht. Nicht nur deswegen. Die Künstler wussten im katholischen Pfarreizentrum mit diversen Attraktionen zu punkten.

Fichtenholz auf 1000 Metern

Nach dem Schottisch «Lustige Urnäscher» zum Auftakt erzählte Werner Alder, Hackbrettbauer und Teil der Streichmusik-Alder-Familie, von den Mühen, die der Bau eines Hackbretts beschert. Im dritten Lehrjahr als Möbelschreiner sollte er für seinen Vater ein Hackbrett bauen. Daraus entwickelte sich eine Passion für dieses Handwerk, das er nun schon 35 Jahre ausübt. Mit Enthusiasmus berichtete er, dass man dazu Fichtenholz benötige, dass der Baum in mindestens 1000 m Höhe gewachsen und 10–15 m astfrei sein müsse. Die Jahrringe müssten nah beieinander liegen und der Baum sollte bei abnehmendem Mond geschlagen werden.

Hose aus Hirschleder

Nach der «Birewegge-Polka» erläuterte Alder den Bau eines Hackbretts. Die Schallrose ist ein wichtiges Stück. Die Stege stehen nur auf dem Rahmen, sind nicht geleimt, und halten doch der Zugkraft der Saiten von ein bis zwei Tonnen stand. Maya Stieger ihrerseits erwähnte die Besonderheiten der Männertracht: die gelbe Hirschlederhose, die rote Weste, die Hosenträger mit den drei Schellenkühen und die Uhrenkette. Auch über die Frauentrachten gab sie Auskünfte. Talerschwingen und Appenzeller Weisen rundeten den Nachmittag ab. (rk)

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