Anwohner warten auf Lärmschutz

In Uzwil gibt es stark befahrene Strassen. Und es gibt Bewohner, die sich am Verkehrslärm stören. Die Gemeinde hat ein Fachbüro beauftragt, Massnahmen auszuarbeiten. Sie erwartet die Ergebnisse nach den Sommerferien.

Urs Bänziger
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Die Wiesentalstrasse gehört mit der Gupfen-, Bahnhof- und der Felseggstrasse zu den stark befahrenen Durchgangsstrassen in der Gemeinde Uzwil. (Bild: Steven Giger)

Die Wiesentalstrasse gehört mit der Gupfen-, Bahnhof- und der Felseggstrasse zu den stark befahrenen Durchgangsstrassen in der Gemeinde Uzwil. (Bild: Steven Giger)

UZWIL. Der Lärm sei unerträglich, sagt Moritz Kübler. Er wohnt an der Wiesentalstrasse. Sie ist nicht die einzige stark befahrene Strasse in der Gemeinde Uzwil. Auch die Gupfen-, die Bahnhofstrasse und die Felseggstrasse in Henau weisen grosse Verkehrsaufkommen auf. Moritz Kübler hat deshalb an der letzten Bürgerversammlung von Ende Mai interveniert. Er wollte von der Gemeindebehörde wissen, wann endlich etwas gegen den Verkehrslärm getan werde.

Moritz Kübler ist nicht der einzige, der sich am Verkehrslärm stört. «Vereinzelt hören wir aus der Bevölkerung Hinweise. Nicht viele und vor allem nicht konzentriert auf einzelne Strassenzüge. Hin und wieder ist es ein Thema, wenn wir eine Strasse sanieren. Dann taucht die Frage auf, ob wir auch in Sachen Lärmschutz etwas tun. Oder Grundeigentümer, die ihre Fenster ersetzen, erkundigen sich, ob sich die Gemeinde daran beteiligt», sagt Verwaltungsleiter Thomas Stricker.

Warten auf Analyse

Ob an der Wiesentalstrasse und anderen stark befahrenen Strassen in Uzwil Massnahmen gegen den Verkehrslärm getroffen werden, wird derzeit abgeklärt. Die Gemeinde wartet auf den Bericht des Fachbüros, das den Auftrag hatte, die Verkehrssituation im ganzen Strassennetz von Uzwil zu analysieren. Die Gemeinde arbeitet mit dem Kanton zusammen. «Wir haben dasselbe Fachbüro beauftragt wie der Kanton», sagt Stricker. «Es nimmt die erforderlichen Berechnungen und Beurteilungen vor. Stellt fest, wo Massnahmen erforderlich sind und schlägt vor, welche das sein sollen.»

Die Gupfen- und die Bahnhofstrasse sind Kantonsstrassen. Für die Bevölkerung sei die Unterscheidung zwischen Kantons- und Gemeindestrasse «akademisch», sagt der Verwaltungsleiter. Deshalb verfolge die Gemeinde das Ziel, die Massnahmen auf dem Uzwiler Strassennetz zusammen mit dem Kanton zu prüfen – mit dem gleichen Ansatz und demselben Fachbüro. Man wolle keine ungleiche Behandlung von Liegenschaften und Anwohnern an einer Gemeinde- oder Kantonsstrasse. Dessen rechtliche und technische Beurteilung werde mit konkreten Empfehlungen für einzelne Strassenzüge enden. «Was genau die Empfehlungen für welche Strassenzüge sein werden, wissen wir aber noch nicht», sagt Stricker. «Wir gehen davon aus, nach den Sommerferien die Ergebnisse der umfassenden Arbeiten zu erhalten.»

Umsetzung bis 2018

Sobald der Gemeinde diese Beurteilung vorliegt, will sie eine öffentliche Informationsveranstaltung durchführen und als nächsten Schritt Lärmschutzmassnahmen öffentlich auflegen. Auf die lange Bank schieben will und kann die Gemeinde die Sache nicht. Die Lärmschutzverordnung verlange, dass die Strasseneigentümer Massnahmen bis 2018 umsetzen und abrechnen, wenn sie dafür Bundesgelder wollen, erklärt Stricker.

Begrenzte Möglichkeiten

Das Strassennetz von Uzwil ist 109 Kilometer lang, die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde sind jedoch begrenzt. Lärmschutzmassnahmen sollen deshalb an Stellen realisiert werden, wo Immissionsgrenzwerte überschritten sind und wo laut Stricker sinnvolle und wirtschaftlich tragbare Möglichkeiten vorhanden sind.