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Anwohner kritisieren Kiesabbau

Die Holcim Kies und Beton AG hat ein Verlängerungsgesuch für den restlichen Kiesabbau im Gebiet Hori südlich Jonschwils gestellt. Anstösser in der Sonnenhalde wollen sich dagegen wehren. An einer Orientierung übten sie massive Kritik an Behörde und Kiesunternehmen.
Philipp Stutz
Das Kiesabbaugebiet im Hori. Im Hintergrund die neuen Einfamilienhäuser im Gebiet Sonnenhalde. (Bilder: Philipp Stutz)

Das Kiesabbaugebiet im Hori. Im Hintergrund die neuen Einfamilienhäuser im Gebiet Sonnenhalde. (Bilder: Philipp Stutz)

JONSCHWIL. «Wir fühlen uns verschaukelt», sagte ein Anwohner und fragte in die Runde, wer gleicher Meinung sei. Zahlreiche Hände schnellten in die Höhe. Die Debatte über die Zukunft der Sonnenhalde wurde an der Orientierungsversammlung vom Donnerstag emotional geführt. Leute, die in diesem Gebiet Einfamilienhäuser gebaut haben, taten dies im Glauben, dass der Kiesabbau im Hori bald beendet sei. Das sei ihnen bei der Planung ihrer Häuser seitens der Behörde versprochen worden, meinte eine Diskussionsteilnehmerin. Doch Lastwagen donnern bis heute unvermindert durchs Quartier. Anwohner beklagen sich über starken Verkehr. Verbunden mit Lärm und Dreck, der sich an Fenstern, Rollläden, Fassaden und parkierten Personenwagen festsetzt. Die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg stehe auf dem Spiel, sagte eine besorgte Mutter. Und ein weiterer Votant monierte, dass die Liegenschaften in der Sonnenhalde durch den Verkehr zusehends an Wert verlören.

Dritte Bauetappe fraglich

Seit dem Erlass des Kiesabbauplans von 1974 wurde in der Sonnenhalde – früher Regenberg genannt – sukzessive Kies abgebaut und das Gelände wieder aufgefüllt. 1991 hatte die Politische Gemeinde Jonschwil 51 500 Quadratmeter Land erworben, nachdem die Stimmbürger einen entsprechenden Kredit von 4 Millionen Franken bewilligt hatten. Laut Gemeindepräsident Stefan Frei wurden seit den Neunzigerjahren mehrere Überbauungsetappen abgewickelt. «Eine weitere Etappe kommt vorläufig kaum zustande», sagte das Gemeindeoberhaupt. Die Verhandlungen darüber hätten sich als schwierig erwiesen, und die Bewilligung für eine Einzonung sei eher unwahrscheinlich. Grund dafür ist vor allem das revidierte Raumplanungsgesetz. Die raumplanerischen Vorgaben seien schwierig zu erfüllen. Der Kanton vertrete die Ansicht, dass die Gemeinde Jonschwil keinen ausgewiesenen Bedarf mehr für Bauland habe, sagte Frei. Der Gemeinderat teile diese Ansicht überhaupt nicht und habe darauf hingewiesen, dass Jonschwil gemäss Flächenpotenzialanalyse am wenigsten Bauland und Nachverdichtungspotenzial in der Region Wil hat. Weiter erachtet der Kanton die öffentliche Verkehrserschliessung in Jonschwil als zu tief. Der Gemeinderat hält entgegen, dass der Halbstundentakt genügend sei, und erachtet einen Viertelstundentakt als übertrieben.

Kiesreserven nutzen

Holcim hätte auf den restlichen Kiesabbau zugunsten des Baulands für die Gemeinde verzichtet. Weil aber weitere Einzonungsetappen unsicher sind, hat das Unternehmen ein Verlängerungsgesuch für den restlichen Kiesabbau gestellt. Laut Robert Nothnagel von der Holcim handelt es sich um ein Abbau- und Auffüllungsprojekt. Ein Baugesuch liegt noch nicht vor, soll aber im Spätherbst eingereicht werden. «Die erschlossenen Reserven möchten wir optimal nutzen», betonte Nothnagel. Damit könnte der regionale Kiesbedarf für die nächsten drei Jahre gedeckt werden. Derzeitige Bewilligungen müssten hierfür erneuert werden. Der Kiesabbau war bis 2011 genehmigt, die Auffüllung bis 2014.

Vorinvestitionen umsonst

Wird das Überbauungsprojekt Sonnenhalde unterbrochen, können die Vorinvestitionen der Gemeinde laut Stefan Frei nicht in Gewinn umgemünzt werden. Es bestünden noch Landreserven von rund 20 000 Quadratmetern. Und trotz der Pläne der Holcim will die Gemeinde wenigstens eine kleine Einzonung für fünf Einfamilienhäuser realisieren.

Die anschliessende Diskussion war äusserst lebhaft, zeitweise gar gehässig. Zahlreiche Votanten appellierten an die Verantwortung der Behörde. Viele Kinder wohnten an der vielbefahrenen Salzwiesstrasse und deren Sicherheit sei gefährdet. Die Verkehrssituation müsse beruhigt werden. Eine Votantin schlug vor, eine neue Erschliessungsstrasse in Richtung Lütisburg zu bauen. Eine Strasse anderswo zu erstellen, sei ohne die entsprechenden Rechtsgrundlagen nicht möglich, entgegnete Stefan Frei.

Kontrollen gefordert

Gefordert wurden im weiteren Geschwindigkeitskontrollen, und Holcim müsse das Gespräch mit den Lastwagenchauffeuren suchen. Die beiden Vertreter dieser Firma nahmen diese Bedenken zur Kenntnis und wollen sie so gut wie möglich in die Planung einfliessen lassen. Als bereits getroffene Massnahmen wurden die Radwasch- und Sprinkleranlage sowie eine regelmässige Strassenreinigung erwähnt.

Die Baukommission wird über das Abbaugesuch der Holcim Kies und Beton AG entscheiden. Einspracheberechtigt ist, wer ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartun kann. «Dies können wir alle», richtete sich ein Votant lautstark an die Versammlungsrunde.

Robert Nothnagel (links) und Endrio Bütler informierten über die Pläne der Holcim Kies und Beton AG.

Robert Nothnagel (links) und Endrio Bütler informierten über die Pläne der Holcim Kies und Beton AG.

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