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Gemeinde sperrt Durchfahrt -
Anwohner sind brüskiert

Niederuzwils Waldburgstrasse soll mit baulichen Massnahmen unterbrochen werden. Anwohner wehren sich.
Philipp Stutz
Die Waldburgstrasse soll in beiden Richtungen offen bleiben: Duško und Ljiliana Malinović, Esther Stucki und Heiner Lenz (von links) verlangen zusammen mit weiteren Anwohnern einen entsprechenden Signalisationsvermerk (Anstösser und Zubringerdienst gestattet).Bilder: Philipp Stutz

Die Waldburgstrasse soll in beiden Richtungen offen bleiben: Duško und Ljiliana Malinović, Esther Stucki und Heiner Lenz (von links) verlangen zusammen mit weiteren Anwohnern einen entsprechenden Signalisationsvermerk (Anstösser und Zubringerdienst gestattet).Bilder: Philipp Stutz

«Es ist bedenklich, dass wir Anstösser nur von der Gupfenstrasse her Zufahrt zu unserem Quartier haben sollen», sagt Esther Stucki. Diese Strasse sei stark befahren, und der dichte Verkehr erschwere die Einfahrt in die Waldburgstrasse.

Anwohner des Quartiers wurden von der Uzwiler Bauverwaltung darüber informiert, dass die Waldburgstrasse künftig nicht mehr durchgehend befahrbar sein soll. Als Begründung für diese Massnahme führt die Behörde an, dass diese Strasse zunehmend als Umfahrung beispielsweise für die Augartenkreuzung genutzt werde. «Lärmimmissionen steigen, und die Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer sinkt», heisst es im Schreiben der Gemeinde weiter.

Das Fahrverbot wird aber auch wegen einer geplanten grösseren Überbauung im Grossacker angestrebt. Das dortige rund 36000 Quadratmeter grosse Grundstück soll in Etappen überbaut werden. Als Bauherrschaft tritt die Uze AG auf, die ungefähr 300 Mietwohnungen erstellen will. Rund 100 Millionen Franken sollen in das Projekt investiert werden.

Pfahl installiert und wieder entfernt

Heiner Lenz ist Bewohner des Waldburg-Quartiers. Er erzählt, dass die Strasse schon einmal mit Installierung eines Pfahls unterbrochen und die Durchfahrt Richtung Niederuzwil verhindert worden sei. Dieses Hindernis sei damals nach rechtlicher Intervention wieder entfernt worden. Für eine bauliche Unterbrechung ist seiner Meinung nach ein korrektes Auflageverfahren mit Beteiligungsmöglichkeit der betroffenen Anwohner durchzuführen.

Einsprache gegen Unterbrechung erhoben

Gegen die angekündigte bauliche Unterbrechung hat Lenz Einsprache erhoben. Denn dazu besteht seiner Ansicht nach keine rechtliche Grundlage. Im Gegenteil sei mit der Bauverwaltung vereinbart worden, dass die Zu- und Wegfahrt für die Anwohner jederzeit gewährleistet bleiben soll. Es sei auch in Aussicht gestellt worden, dass eine entsprechende Signalisation der Anfahrt für Anwohner gerecht werde. Ebenso fehle eine in Aussicht gestellte Barriere mit Zugangsmöglichkeit für die Anwohner. «Bisher ist nichts geschehen», ärgert sich Lenz. Das Fahrverbot behindere überdies die Fahrzeuge der Grün- und Kehrichtabfuhr sowie der Papiersammlung.

Die Waldburgstrasse ist mit verschiedenen Verkehrssignalisationen ausgestattet. Einerseits ist sie als «Sackgasse» klassifiziert. Anderseits hat der Gemeinderat im Abschnitt Ziegelgasse bis Zufahrt Waldburgstrasse ein Fahrverbot für Motorwagen und Motorräder erlassen.

«Unser Quartier muss aber von beiden Seiten her befahrbar sein», fordert Heiner Lenz. Ein Linksabbiegen von der Gupfenstrasse her sei wegen des grossen Verkehrs mit Gefahren verbunden.

Unterschriften für Petition werden gesammelt

Inzwischen ist eine Petition eingereicht worden. Bewohner haben mit dem Sammeln von Unterschriften begonnen. In der Bittschrift wird der Gemeinderat aufgefordert, die angekündigte physische Sperrung der Waldburgstrasse zum Schaden der Quartierbewohner zu unterlassen.

Man sei nicht dagegen, dass auf der Waldburgstrasse ein allgemeines Fahrverbot für Nichtanstösser zur Vermeidung von Durchgangsverkehr besteht, schreiben die Petitionäre. Quartierbewohner seien hingegen auf einen ungehinderten Zugang von den eigenen Liegenschaften über die Waldburgstrasse aus beiden Richtungen und auf die Erschliessung der Wegfahrt in beide Richtungen angewiesen. «Wir haben unsere Liegenschaften auch im Vertrauen auf diese für uns offen benützbare Verkehrsregelung erworben», heisst es in der Petition weiter.

Anwohner verlangen, dass Anstössern und Zubringern die freie Benutzung der Waldburgstrasse weiterhin erhalten bleibt. Eine physische Absperrung des Durchgangs entbehre dagegen einer rechtlichen Grundlage und werde ausdrücklich abgelehnt. «Auf alle Fälle muss für uns Anstösser und unsere Zubringer der Zugang offen bleiben», schreiben die Petitionäre. Es wird daher auch ein entsprechender Zugangsvermerk mit Erlaubnisvorbehalt (Anstösser und Zubringerdienst gestattet) verlangt.

Gemeinderat nimmt Anliegen zur Kenntnis

«Wir haben das Anliegen zur Kenntnis genommen», sagt Gemeindepräsident Lucas Keel auf Anfrage. Der Gemeinderat habe sich zu dieser Frage noch nicht geäussert. Die Exekutive werde die Petition noch formell behandeln. Der Gemeindepräsident geht davon aus, dass für die Anordnung einer baulichen Unterbrechung eine öffentliche Auflage erfolgt und das übliche Rechtsverfahren angewandt wird.

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