Anschlussfragen zu Gleisen

Die SP-Kantonsräte Dario Sulzer (Wil) und Peter Hartmann (Flawil) stellen bei der Kantonsregierung Fragen zum Anschlussgleis in Bazenheid.

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ZAB-Anschlussgleis: Ab Fahrplanwechsel bleibt es hier still. (Bild: seb.)

ZAB-Anschlussgleis: Ab Fahrplanwechsel bleibt es hier still. (Bild: seb.)

BAZENHEID/ST. GALLEN. Ab dem 9. Dezember holt SBB Cargo keine Güterwagen mehr beim Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) ab. Grund: das Volumen ist zu gering. Maximal alle drei Tage ein Wagen, sagte Claudio Bianculli, Vorsitzender der ZAB-Geschäftsleitung, gegenüber dieser Zeitung (Ausgabe vom 8. Juni). Der ZAB transportiert heute Schlacke zwischen Bazenheid und der Deponie Burgauerfeld in Flawil. Diese wird nach dem Fahrplanwechsel auf der Strasse transportiert. Das rührt daher, dass SBB Cargo wirtschaftlicher arbeiten muss, weshalb das Unternehmen 128 Bahnhöfe im Land nicht mehr bedient.

Ökologische Vorbildfunktion?

Die SP-Kantonsräte Dario Sulzer und Peter Hartmann haben bei der Kantonsregierung zusammen mit 19 Mitunterzeichnenden die Interpellation «Erhalt Gleisanschluss Zwizach/ZAB» eingereicht. Die Interpellanten schreiben: «Als öffentlich-rechtlicher Betrieb sollte der Zweckverband eine ökologische Vorbildfunktion wahrnehmen.» Dass der «neue Gleisanschluss» nicht mehr bedient werde, sei für sie unverständlich. Der Vorsitzende der ZAB-Geschäftsleitung wartet auf die offizielle Anfrage der Kantonsregierung ab, bevor er im Detail Stellung nimmt. Das Alter des Anschlussgleises kann er konkretisieren: gebaut im 1995, in Betrieb genommen 1996. Mit dem Bau der Umfahrungsstrasse, wie die Kantonsräte in der Interpellation schreiben, habe dies wenig zu tun – diese wurde 2006 eröffnet.

Fünf Fragen an die Regierung

Die Kantonsräte richten fünf Fragen an die Regierung. Sie wollen wissen, ob sich der Kanton an «der Erneuerung des Gleisanschlusses» beteiligt habe und welche Überlegungen dazu geführt haben. Weiter fragen sie, ob die Regierung die Ansicht teile, dass aus ökologischen und verkehrstechnischen Überlegungen die Bedienung eines Gleisanschlusses wichtig sei. «Was hat die Regierung unternommen und was wird sie weiter unternehmen, um die Bedienung des Gleisanschlusses Zwizach auch in Zukunft sicherzustellen?», fragen die Politiker weiter. Auch zum Potenzial für neue Bahntransporte erwarten sie von der Regierung eine Antwort. Dario Sulzer rechnet mit einer Antwort bis zur Novembersession, wie er der Wiler Zeitung sagt. Der SP-Kantonsrat sieht weitere Möglichkeiten für die Nutzung des Anschlussgleises – etwa durch den ZAB selber. «Denkbar wären beispielsweise auch Holztransporte oder Produkte anderer ortsansässiger Unternehmen.» Sulzer sieht die Möglichkeit, dass der Kanton vermitteln könnte. «Je länger das Gleis stillsteht, desto unwahrscheinlicher ist eine Wiederaufnahme des Betriebs», zeigt sich Dario Sulzer überzeugt.

Wiederaufnahme denkbar

Ein Sprecher von SBB Cargo sagte im Juni, dass sie jederzeit für neue Lösungen und Gespräche bereit seien, wobei die Wirtschaftlichkeit eine grosse Rolle spiele. Denn: SBB Cargo ist vom Bundesrat angehalten, auch im Binnenverkehr Geld zu verdienen. Claudio Bianculli betonte gestern wie im Juni, dass bei grösserem Volumen eine Wiederaufnahme des Bahntransportes denkbar sei. Das Gleis bleibe ohnehin bestehen. «Nach der Bauphase im Frühling 2014 werden wir wohl mit SBB Cargo das Gespräch suchen.» Denn: Weil der ZAB seine Anlagen im grossen Stil umbaut und erweitert, fällt noch weniger Schlacke an. Für Bianculli ist klar: Neben ökologischen seien auch betriebswirtschaftliche und praktische Überlegungen zu machen. (seb.)