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Anpacken statt aufschieben: Der Schiesstand Giren wird endlich saniert

Viele Schweizer Schiessanlagen sind umwelttechnisch dringend sanierungsbedürftig; auch der Flawiler Schiessstand Giren. Der Militärschützenverein Alterswil-Egg reichte nun ein Baugesuch ein.
Christof Lampart
Am Schiessstand Giren stehen zwei Projekte an: die Sanierung des Kugelfangs und der Scheiben. (Bild: Tobias Söldi)

Am Schiessstand Giren stehen zwei Projekte an: die Sanierung des Kugelfangs und der Scheiben. (Bild: Tobias Söldi)

Vor wenigen Jahrzehnten war das Schiessen hierzulande noch ein boomender Volkssport. Nostalgische Anklänge daran kann man heute oft nur noch im Rahmen des «grössten Schützenfestes der Welt», wie das eidgenössische Feldschiessen gerne ein wenig nostalgisch verklärt genannt wird, finden. Zumal die Mitgliederzahlen in den Sektionen konstant leicht abnehmen – allen Bemühungen zum Trotz.

Auch der Militärschützenverein Alterswil-Egg (MSV) hat schon bessere Zeiten erlebt. «Aktuell sind wir noch 16 Aktive», erklärt Rolf Hildebrand, welcher vor kurzem das Präsidentenamt beim MSV nach 37 Jahren Engagement weitergab. Zwar sei die Kameradschaft im Verein gut und man gehe auch regelmässig auswärts schiessen, doch fehle es am Nachwuchs: «Die Jungen tun sich heute schwer, einem Verein beizutreten; da kann man halt nicht viel machen», sagt Hildebrand schulterzuckend.

Doppelt so viel Bleieintrag wie der Verkehr

Was hingegen nicht negiert werden kann, sind die Altlasten der Vergangenheit, die es auch in Flawil gibt – in der Form des Kugelfangs am Schiessstand Giren, welcher vom MSV genutzt wird. Tatsächlich ist dieser Sanierungsfall jedoch nur einer von vielen, gibt es doch gesamtschweizerisch rund 4000 Schiessanlagen, die im Kataster der belasteten Standorte eingetragen sind. Diese enthalten Zehntausende Tonnen an Blei und andere Schwermetalle aus dem Schiessbetrieb. Zudem gelangen jährlich etwa 200 Tonnen zusätzliches Blei in die Kugelfänge.

Damit steht bei aller Tradition, Geselligkeit und gepflegter Kameradschaft fest: Das Schiessen verursacht heute den grössten Eintrag von Blei in die Umwelt, nämlich laut dem Bundesamt für Statistik doppelt so viel wie Verkehr, Industrie und Gewerbe zusammen.

Möglichst lange verschoben

Wenn aber schadstoffbelastete Kugelfänge Grundwasser, Gewässer oder den Boden gefährden, muss der belastete Standort saniert werden. Die altlastentechnische Sanierung von Schiessanlagen richtet sich nach den Zielsetzungen und Vorgaben des Umweltschutzgesetzes und der Altlastenverordnung. Dass Kugelfänge kostenintensiv saniert werden müssen, ist also keine neue Erkenntnis – liegt aber vielen politischen Gemeinden und Schützenvereinen schon seit Jahren schwer auf dem Magen und wurde deshalb in den letzten Jahren möglichst weit nach hinten verschoben.

Nun läuft aber das Ultimatum des Bundes im 2020 aus. Die aktuell gültige Fristverlängerung stammt vom Dezember 2008. Damals hiess der Nationalrat eine parlamentarische Initiative zur Änderung des Umweltschutzgesetzes gut. Diese sah eine Fristverlängerung für Sanierungen der Kugelfänge in Grundwasserschutzzonen bis zum Jahr 2012 und – für alle übrigen Anlagen – bis ins Jahr 2020 vor.

Bald nur noch sechs Scheiben

Nun geht Flawil die Kugelfangsanierung an, die bis Beginn der nächsten Schiesssaison im März 2019 abgeschlossen sein soll und 40000 Franken kostet. Doch das ist nicht die einzige Schiesssport-Investition, die zeitnah im Giren ansteht.

Da für die aktuelle Scheibenanlage mit acht Scheiben keine Ersatzteile mehr erhältlich sind, ist eine Auswechslung der Scheiben dringend notwendig. Da die MSV-Mitglieder auch mit einer Anlage von sechs Scheiben gut auskommen, hat man sich bei der Neuanschaffung zur Redimensionierung entschlossen. «Das kommt günstiger und reicht uns auch. Auch bei gut besuchten Anlässen wie dem Feldschiessen», so Hildebrand. Trotzdem wird die neue Scheibenanlage 77000 Franken kosten, sodass sich die Gesamtinvestitionen auf 117000 Franken belaufen. 30000 Franken der Gesamtsumme wird der MSV Alterswil-Egg selbst stemmen; auf einen Betrag in fünfstelliger Höhe hofft man vom Lotto-Toto-Fonds. «Ein Antrag wurde von uns eingereicht, aber wir wissen nicht, wie viel wir erhalten werden», so Hildebrand.

Scheibensanierung auf die Saison 2020

Da jedoch ganz sicher ein Grossteil der Investitionen von der Politischen Gemeinde Flawil aufgebracht werden muss, wurde nach Absprache beschlossen, die Scheibensanierung erst auf die Saison 2020 hin anzupacken. Für Hildebrand kein Problem: «Das ist absolut in Ordnung, solange unsere Anlage nicht aussteigt.»

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