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Anders, als es aussieht

Schlau lebt sich einfacher. Das hat sich auch jene Blondine gedacht, die von Wil nach Zürich fuhr und am Bankschalter am Flughafen Zürich-Kloten einen Kredit von 5000 Franken für zwei Wochen USA-Ferien beantragte. «Wie steht's mit Sicherheiten?», fragt der junge Banker.
Hans Suter
Bild: Hans Suter

Bild: Hans Suter

Schlau lebt sich einfacher. Das hat sich auch jene Blondine gedacht, die von Wil nach Zürich fuhr und am Bankschalter am Flughafen Zürich-Kloten einen Kredit von 5000 Franken für zwei Wochen USA-Ferien beantragte. «Wie steht's mit Sicherheiten?», fragt der junge Banker. «Kein Problem, vor der Türe steht mein neuer Aston Martin», sagt die Dame. Zwei Wochen später steht die Blondine wieder am Bankschalter und bezahlt den Kredit zurück, zuzüglich 23.10 Franken an Zinsen. «Danke», sagt der Banker. Nach einigem Zögern fragt er zaghaft: «Warum haben Sie diesen Kredit überhaupt in Anspruch genommen? Unsere Abklärungen haben ergeben, dass Sie Multimillionärin sind.» Die Blondine zieht die Wimpern hoch und sagt: «Junger Mann, Sie müssen noch viel lernen. Was glauben Sie, wo kann ich am Flughafen Zürich-Kloten mein teures Auto bei absoluter Sicherheit zwei Wochen lang für 23.10 Franken parkieren?» Natürlich ist das nur ein Witz. Und nicht mal der neueste. Er lehrt uns dennoch: Klischees verleiten immer wieder zum Unterschätzen des Gegenübers. Wer hätte gedacht, dass der Mann am Kebab-Stand in seinem Heimatland ein Ökonomiestudium abgeschlossen hat? Dass der Flüchtling an seinem Geburtsort ein angesehener Wissenschafter ist? Zuweilen schlägt der Intellekt der Unterschätzten auf heilsame Weise zurück. Anstatt sich zu ärgern, versucht der Schlaue die Situation für seine Zwecke zu nutzen. So geschehen in Wil. Ein Student der Theaterpädagogik ruft bei einem Wiler Pizzakurier an und fragt, ob er auch nach Münchwilen liefere. Dieser bejaht und nimmt die Bestellung auf. Was die Pizza denn koste und wann sie fertig sei, fragt der Student. «18 Franken, ich fahre in zehn Minuten los nach Münchwilen», sagt der Pizzakurier. Der Student packt sein Handy in die Jackentasche und wartet. Genau zehn Minuten später öffnet sich die Tür. «Fahren Sie nach Münchwilen – darf ich mitfahren?», ruft der Student. «Ja, ich fahre nach Münchwilen», antwortet der Kurier verdutzt. «Woher wissen Sie das?» Der Student lächelt und sagt: «Ich habe Sie vor zehn Minuten angerufen und eine Pizza für 18 Franken bestellt. Ein Taxi nach Münchwilen würde mich einiges mehr kosten, gegessen hätte ich dann aber noch nicht.»

hans.suter@wilerzeitung.ch

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