Anbau geriet zur Geduldsprobe

OBERUZWIL. Das Betreuungs- und Pflegezentrum Wolfgang in Oberuzwil wird erweitert. Es gab Verzögerungen. Mussten doch mehrere Kriterien erfüllt werden, ehe die Baubewilligung vorlag. Das Vorhaben tangierte den Brand- und Ortsbildschutz.

Philipp Stutz
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Mit dem geplanten Anbau nördlich der bestehenden Gebäude sollen die Betriebsabläufe verbessert werden. (Bild: Visualisierung: pd)

Mit dem geplanten Anbau nördlich der bestehenden Gebäude sollen die Betriebsabläufe verbessert werden. (Bild: Visualisierung: pd)

Patrick Schätti, dem mit Gattin Liselotte die Betriebsführung des Betreuungs- und Pflegezentrums Wolfgang obliegt, spricht von einem «Meilenstein in der Geschichte». Werden doch rund 3 Millionen Franken in die Erweiterung investiert. Die Baubewilligung liegt nach einiger Zeit des Wartens endlich vor. «Es handelte sich um keinen Baustop, sondern um eine Verzögerung», präzisiert Schätti. Doch jetzt können die Arbeiten endlich aufgenommen werden. Die Bauherrschaft rechnet mit einer Bauzeit von einem Jahr.

Ortsbildschutz gewährleisten

Das Betreuungs- und Pflegezentrum Wolfgang ist seit über 50 Jahren in der Altersarbeit verankert. Die Häuser, um 1850 erbaut, wurden einst von der Firma Dierauer als Textilfabrik genutzt. Sie unterstehen bis heute, trotz der Umnutzung in ein Altersheim, den Aufsichtsstellen von Denkmalpflege und Ortsbildschutz. Diese verpflichten die Bauherrschaft, Renovationen mit Bedacht und unter Einbezug fachlicher Unterstützung auszuführen. Zu berücksichtigen ist, dass das «Wolfgang» an ein Gebäude an der Wilerstrasse 12 grenzt, das unter Denkmalschutz steht und einen Kindergarten beherbergt.

Mehrere Ämter involviert

«Dass bei diesem Vorhaben die kantonalen Ämter einbezogen werden mussten, war uns von Anfang an klar», betont Patrick Schätti. Bereits die Bewilligung von acht neuen Einzelzimmern mit Dusche und WC verlangte die Bewilligung durch den Kanton. Weiter waren die kantonalen Stellen der Ämter für Arbeitssicherheit, Zivilschutz, Umweltschutz sowie des Amtes für Brandschutz involviert. «Alters und Pflegeheime sind in einer hohen Anforderungsstufe klassiert», erklärt Patrick Schätti. Das Amt für Brandschutz verlangte gemäss neu geltendem Recht, dass für den Neubau ein Brandschutzkonzept erstellt werden muss.

Komplexes Verfahren

Das Verfahren erwies sich als komplex, und ein erstes Baugesuch wurde abgelehnt. Die Bauarbeiten, auf Anfang dieses Jahres geplant, verzögerten sich. Doch nun steht dem Anbau nichts mehr im Wege. «Das Gebäude wird verschiedene Funktionen erfüllen», sagt Patrick Schätti. So werde der Eingangsbereich neu gestaltet. Treffpunkt für Bewohner und Besucher wird künftig die «Weingartenstube» bilden. Im Neubau ist neben den acht neuen Einzelzimmern auch die Küche geplant, welche die Arbeitsprozesse vereinfachen soll.

Betrieb aufrechterhalten

Der Anbau ermöglicht direkten Zugang zum Garten. Dieser gilt mit seinen Nischen, Sitzplätzen und Kleintiergehegen als «grüne Oase». Auch während der Bauarbeiten wird der Betrieb im «Wolfgang» aufrechterhalten.

Betriebsleiter Patrick Schätti mit Joseph Bühler, der seit einigen Jahren im Wolfgang lebt und sich hier wohl fühlt. (Bild: Philipp Stutz)

Betriebsleiter Patrick Schätti mit Joseph Bühler, der seit einigen Jahren im Wolfgang lebt und sich hier wohl fühlt. (Bild: Philipp Stutz)