AN ZWEI STANDORTEN SOLLEN LAICHGEWÄSSER ENTSTEHEN: Kreuzkröte soll zurück an die Thur

Im Gebiet Gill-Felsegg soll ein Vermehrungszentrum für gefährdete Amphibien entstehen. Dafür sind zwei miteinander vernetzte Teichprojekte geplant. An den Kosten beteiligt sich die Gemeinde Uzwil mit 36000 Franken.

Andrea Häusler
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In der Waldlichtung unterhalb der Maillart-Brücke zwischen Zuzwil und Henau, unmittelbar am Rande der Thur, sollen die beiden «Gill»-Weiher gebaut werden. (Bilder: Andrea Häusler)

In der Waldlichtung unterhalb der Maillart-Brücke zwischen Zuzwil und Henau, unmittelbar am Rande der Thur, sollen die beiden «Gill»-Weiher gebaut werden. (Bilder: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Eines der beiden Teichprojekte, ein Doppelweiher, liegt zwischen der Thur und dem natürlichen «Kanal» nördlich des Gillhofs, das zweite weiter östlich auf einer flussnahen Aue bei der Felsegg. Beide Standorte befinden sich auf der gemeindeeigenen Parzelle Nr. 3456 in der Grünzone Naturschutz (GaN). Die Bauvorhaben liegen derzeit und bis zum 2. Oktober im Uzwiler Gemeindehaus öffentlich auf.

Kreuzkröten nur noch in Kirchberg und Jonschwil

Die Weiher sind Teil eines regionalen Amphibienförderprojekts, welches zur Vernetzung der Laichgewässer entlang von Thur und Glatt realisiert wird. Dies mit dem Ziel, gefährdete Arten vor dem Verschwinden aus der Region zu bewahren. 6 der 14 Amphibienarten, die im Kanton St. Gallen heimisch sind, gehören zu den gefährdeten. 30 neue Laichgewässer sind seit der Lancierung des Programms durch Pro Natura St. Gallen-Appenzell im Jahr 2013 bereits geschaffen worden. Wobei die Erhaltung der letzten Vorkommen der Kreuzkröte eine spezielle Herausforderung darstellt. Isolierte Vorkommen sind, laut Pro Natura, noch in er Kiesgrube Riedenboden, Kirchberg, sowie in der Kiesgrube Hori, Jonschwil, vorhanden. Gemäss dem Projektbeschrieb der Bauherrschaft «besteht im Thurtal eine einzige Fläche, in der Bedingungen herrschen, welche der Art Überlebenschancen bietet: Diese befindet sich im Bereich der Henauer Thuraue.» Die dortigen Kiesbänke und Auenwälder könnten als Lebensräume für eine Population von Kreuzkröten passen.

Ablassbare Folienweiher

Geplant ist der Bau eines ablassbaren Weihers, der mit Folie und Beton abgedichtet ist. Um die Risiken zu optimieren, wird neben dem Folien-Beton-Teich (400 m2) auch ein Folienteich (200 m2) mit feinkörniger Abdeckung angelegt, welche zwar aufwendiger im Unterhalt, aber kostengünstiger zu erstellen ist. Die Teiche werden im Spätsommer entleert und im Frühling gestaut. Füllen soll sie das Regenwasser. Nach der Anlage werden Larven von Kreuzkröten aus der Kiesgrube Hori umgesiedelt.

Die Kosten für die beiden «Gill»-Teiche belaufen sich – inklusive Erdarbeiten, Ansaat und Anfangspflege – auf 92000 Franken.

Vernetzung der Laichgewässer

Integrierender Bestandteil der Teichanlage «Gill» ist ein weiterer Weiher südlich des Auenwaldstreifens im Thurbogen bei der Felsegg. Hier soll nicht nur ein Vernetzungsgewässer für die Wiederansiedlung der Kreuzkröte angelegt werden, sondern auch Lebensraum für den gefährdeten Laubfrosch, den Kammmolch und die Gelbbauchunke entstehen.

Vorgesehen ist ein ablassbarer, 280 m2 grosser Folienweiher, der im Winter entleert werden kann und so möglichst vegetationsarm bleibt. Die tiefste Stelle beträgt maximal 80 cm. Die Kosten für diesen Weiher betragen 35000 Franken. Finanziert werden die Projekte von Bund, Kanton, Pro Natura sowie Stiftungen. Die Politische Gemeinde Uzwil beteiligt sich mit einem Beitrag von 36000 Franken.