An Schlagkraft gewonnen

Seit knapp zwei Jahren lösen Gossau, Andwil, Waldkirch, Flawil und Degersheim die Sicherheitsaufgaben gemeinsam. Die beteiligten Gemeinden konnten mit dem Sicherheitsverbund die Kosten erheblich senken.

Angelina Donati
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Der Sicherheitsverbund zählt je 300 Zivilschutz- und Feuerwehrleute. (Bild: Michel Canonica)

Der Sicherheitsverbund zählt je 300 Zivilschutz- und Feuerwehrleute. (Bild: Michel Canonica)

REGION. Der gemeinsame Auftritt der Feuerwehr, des Zivilschutzes und eines Führungsorgans ist aber neu. Erst seit zwei Jahren arbeiten die Gemeinden Gossau, Andwil, Waldkirch, Flawil und Degersheim im neu gegründeten Sicherheitsverbund Region Gossau zusammen.

Alle Feuerwehrdepots behalten

Vor diesem Zusammenschluss lag es an jeder Gemeinde, genügend Sicherheitspersonal aufbieten und es laufend ausbilden zu können. «Eine Aufgabe, die ohnehin immer schwieriger wird, für kleinere Gemeinden aber besonders problematisch sein kann», sagt Stefan Kramer, Kommandant und Geschäftsführer des Sicherheitsverbunds Region Gossau.

«Langfristig gesehen hätte die Feuerwehr in Waldkirch im Alleingang grosse Schwierigkeiten.» Jetzt, im Zweckverband, ist auch die Zukunft dieses Postens gesichert. Zumal sowieso an jedem Feuerwehrdepot festgehalten werden will. Die Erklärung ist einleuchtend: «Nachdem die Notrufnummer 118 gewählt wurde, müssen wir innert zehn Minuten vor Ort sein», erklärt Kramer. «Mit dem Sicherheitsverbund sind wir noch schlagkräftiger geworden.»

Je nach Alarmstufe dürfen die Gemeinden auf eine breiter abgestützte Verstärkung zählen. Insgesamt wirken fünf Mitarbeiter der Geschäftsstelle, je 300 Zivilschutz- und Feuerwehrleute sowie ein 20köpfiges Gemeindeführungsorgan, welches in Katastrophen zum Einsatz kommt.

Immense Einsparungen

Das Fazit, welches Stefan Kramer nach nun knapp zwei Jahren zieht, fällt äusserst positiv aus. Das Team habe sich längst eingespielt. Der Erfolg kommt jedoch nicht von ungefähr. Vor über acht Jahren begannen die Entwicklungsarbeiten, und alleine die Vorbereitungen dauerten fünf Jahre. Der Sicherheitsverbund zeichne sich nicht nur durch seine schlanken Strukturen aus, sondern auch durch seine rechtlich eigenständige Körperschaft, die Abklärungen mit den Gemeinden vereinfacht habe.

Als «schöner Nebeneffekt» bezeichnet der Geschäftsführer die Reduktion der Kosten. «Denn der Zusammenschluss entstand nicht etwa aus einer Sparübung heraus», hält Kramer fest. Und doch sind die Einsparungen immens. So müssen etwa die Steuerzahler weniger berappen, und auch bei grösseren Anschaffungen, wie aktuell zwei neuen Tanklöschfahrzeugen, die ihre 25jährigen Vorgänger ablösen sollen, wird gespart. Pro Fahrzeug bis zu 100 000 Franken.

200 Einsätze pro Jahr

Pro Jahr steht das Team von Stefan Kramer 200mal im Einsatz. Dabei handelt es sich bei lediglich 20 Prozent um Brandbekämpfungen. Die Zahl an Einsätzen nimmt laufend zu, die Anzahl Feuerwehrler hingegen ab. Daher wird laufend Verstärkung gesucht. Innerhalb des Teams sei der Umgang mit einschneidenden Erlebnissen bei Einsätzen wichtig. Eine wichtige Stütze seien in solchen Situationen die Kameraden.