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An einem Stück Plastik erstickt

Littering ist nicht nur in den Städten ein Problem. Auch in ländlichen Gebieten sorgt das achtlose Wegwerfen von Abfällen für Kopfschütteln. Für Tiere kann es gar eine tödliche Gefahr sein, warnt Bauernvereinspräsident Sepp Länzlinger.
Urs M. Hemm
Sepp Länzlinger Präsident des Bauernvereins Toggenburg (Bild: Urs M. Hemm)

Sepp Länzlinger Präsident des Bauernvereins Toggenburg (Bild: Urs M. Hemm)

REGION. Aludosen, PET-Flaschen oder Plastiktüten – Sepp Länzlinger, Präsident des Bauernvereins Toggenburg, hat schon alles auf seinen Wiesen gefunden. «Ist es Bequemlichkeit, Faulheit oder Gleichgültigkeit, dass die Leute ihren Müll einfach liegen lassen oder aus dem Autofenster werfen? Ich weiss es nicht», sagt Länzlinger.

An Plastik erstickt

An den Kosten für die Abfallentsorgung könne es ja nicht liegen, dass Leute teils ihren ganzen Hausmüll portionenweise illegal entsorgten, da heute nahezu alles gratis bei Recyclingfirmen abgegeben werden könne. Was aber sicher sei: dass diese Menschen nicht nur die Umwelt verschmutzten und für die Mitarbeiter der Gemeinden eine Menge Mehrarbeit verursachten. «Diese Abfälle können auch für Tiere eine tödliche Gefahr sein», sagt Sepp Länzlinger (siehe Interview). Er kenne gerade einen Fall von der Alp, wo er jeweils im Sommer seine Kühe habe. «Die Weide liegt direkt an der Berninapass-Strasse, wo es viel Verkehr hat. Dort haben sie eine Kuh gefunden, die an einem Stück Plastik erstickt ist, das jemand aus dem Autofenster geworfen hatte», sagt der Bauernpräsident.

Auch im Toggenburg sind vor allem jene Landwirte betroffen, deren Wiesen an vielbefahrene Strassen angrenzen. «Eine Tatsache ist auch», betont Sepp Länzlinger, «dass, je näher man der Agglomeration Wil kommt, umso mehr Abfall aufzufinden ist.» Das betreffe jedoch anzahlmässig nur wenige Mitglieder im Bauernverein Toggenburg. «Littering ist bei uns im Verein sicherlich ein Thema. Als Problem jedoch wird es nicht angesehen, denn die meisten Landwirte haben ihr Land weit ab, wo kein Verkehr herrscht.» Und auf Wanderwegen in der Region sehe man selten Abfall herumliegen, da Wanderer grundsätzlich sorgsam auf die Natur achten würden.

Ständige Aufklärung

Dass Littering bestraft werden kann, findet Sepp Länzlinger grundsätzlich gut (siehe Infokasten). Dennoch: «Wann geschieht es schon einmal, dass man direkt Zeuge wird, wie einer Abfall aus dem Autofenster wirft?» Das einzige, das gegen Littering helfe, seien der Dialog und die ständige Aufklärung, ist Sepp Länzlinger überzeugt.

Weggeworfener Abfall führt zu höherem Arbeitsaufwand und damit zu Mehrkosten für die Gemeinden. (Bilder: Urs M. Hemm)

Weggeworfener Abfall führt zu höherem Arbeitsaufwand und damit zu Mehrkosten für die Gemeinden. (Bilder: Urs M. Hemm)

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