An die Kirschen nur gemeinsam heran

Ein überraschend grosses Publikum wollte am Sonntagnachmittag in Mogelsberg die Premiere von «Fründe» des Kleintheaterensembles «Tägg än Amsle» erleben. Im Ensemble spielte auch die Wattwiler Neoschauspielerin Lena Wälly.

Michael Hug
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Das Ensemble «Tägg än Amsle» brachte das Stück «Fründe» in einer Schweizer Dialektfassung als Premiere auf die Bühne. (Bild: Michael Hug)

Das Ensemble «Tägg än Amsle» brachte das Stück «Fründe» in einer Schweizer Dialektfassung als Premiere auf die Bühne. (Bild: Michael Hug)

MOGELSBERG. Ein voller Saal – und das bei einem Kinderstück. Zahlreiche Kinder, aber noch viel mehr Eltern standen im Treppenhaus im «Rössli» Schlange, um das Stück «Fründe» zu sehen. Diesen Zuschauerandrang konnte sich niemand erklären. Wollte auch niemand, die Freude beiderseits, beim Ensemble «Tägg än Amsle» wie beim Veranstalter Kultur in Mogelsberg, war gross, aber die Sorge, dass auch jedes und jeder noch Platz findet, war grösser. «Schaft noch Stühle ran!», hiess es also für das Veranstalterteam.

Erst vor kurzem gegründet

Mit etwas Verspätung konnte das Stück dann beginnen. «Fründe» ist im Original ein Kinderbuch des deutschen Schriftstellers Helme Heine. Das erst in diesem Jahr von den drei Jungschauspielenden Lena Wälly aus Wattwil, Michael Fuchs aus Luzern und Claudia von Grünigen aus dem Berner Oberland gegründete Ensemble «Tägg än Amsle» brachte das Stück in einer Schweizer Dialektfassung als Premiere auf die Bühne. Eine doppelte Premiere: die des Stücks und die der Produktion. Regie führte der Zürcher Oberländer Theatermann Paul Steinmann. Im Publikum sassen nicht nur Eltern und ihre Kinder, sondern auch «Späher» von zahlreichen Kleintheatern.

Über Berge und Täler

Sie sahen ein geschmeidig gespieltes Abenteuer dreier Bauernhofbewohner. Johnny, die Maus, Franz, der Hahn, und Schwein Waldemar sind so verschieden, wie sie aussehen. Spitzfindig die Maus, etwas verschlafen der Hahn und träge das Schwein. «Kommt, wir wollen die Welt erkunden», sagt die Maus. Das Unternehmen führt die drei auf dem Fahrrad über Berge und durch Täler, mit einem Piratenschiff über Wellenberge und -täler und schliesslich auf den Bauernhof zurück. Zusammengeschweisst durch die Abenteuer, wartet schliesslich eine kleine Prüfung auf die Weltenbummler: Kirschen auf dem Baum. Die Moral von der Geschicht: Nur wenn sie zusammenhalten, kommen die drei an die süssen Früchte ran. «Mer wönd för immer Fründe sii!», beschliessen sie dann und singen zusammen das Freundschaftslied.

Effiziente Requisite

Alt wie Jung im Saal sangen fröhlich mit. Es war eine gelungene Premiere mit einem fesselnden Stück und drei vielversprechenden Jungschauspielenden. Verblüffend und effizient auch die Requisite: Mit vorgefertigten Kartonteilen zaubern die Darstellenden einen ganzen Bauernhof und ein Piratenschiff auf die Bühne. Der Start ins selbständige Theaterleben ist den drei Nachwuchstalenten geglückt, die Liste der Engagements reicht bis Mitte März des nächsten Jahres.

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