An der Monday Night Music in Flawil spielte der Vater mit dem Sohne 

Zum zweitletzten Konzert spielte am Montag Rodrigo Botter Maio bei Monday Night Music im Flawiler «China Garten».

Michael Hug
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Vater und Sohn: Rodrigo und Luiz Botter Maio (v.l.)

Vater und Sohn: Rodrigo und Luiz Botter Maio (v.l.)

Bild: Michael Hug

Monday Night Music ist – meistens – eine Garantie für guten Jazz. Diese Garantie hielt der Programmchef am vergangenen Montagabend gewiss ein. Er holte den brasilianischen Jazzmusiker Rodrigo Botter Maio zu sich in den Kulturkeller im eben erst eröffneten Flawiler China Garten.

Rodrigo Botter Maio – nicht zu verwechseln mit Roderio Botter Maio, dessen Bruder, der auch Jazzmusiker ist (und seine Kunst im Film «Godfather III» als Musiker im Hintergrund bewiesen hat) – ist eine Kapazität in der Schweizer Jazzszene. Und gleichzeitig ist er auch ein Exot, da er Brasilianer ist und den Touch des Brasil-Jazz ins hiesige Metier bringt.

Botter Maio gab zu, dass das montägliche Konzert in Flawil «nur» ein Try-out war, eine Hauptprobe mit Publikum sozusagen. Denn am nächsten Dienstag begeht die Band Jazz Via Brasil Group im Zürcher Jazzclub Moods die Taufe ihrer ersten CD «EU RO PA».

«Jetzt spielen wir schon zehn Jahre als Band zusammen und bringen endlich eine CD heraus», sagte Botter Maio und freute sich sichtlich auf diesen Moment. Die CD lag am Montag schon exklusiv für das Flawiler Publikum auf.

Der Sohn begleitete auf der Trompete

Am Konzert in Zürich wird dann auch, verriet der stolze Vater, sein zweiter Sohn Lino mit dem Akkordeon dabei sein. «Lino hat morgen eine wichtige Prüfung in der Schule, deshalb ist er heute Abend nicht dabei», sagte Botter Maio. Doch der Ältere seiner Söhne, Luiz (Trompete) war mitgekommen. Etwas despektierlich, aber humorvoll, verriet Botter Maio über Luiz Botter Maio: «Er hat keine Prüfung morgen, ist aber trotzdem immer fleissig. Er steht immer früh um fünf Uhr auf, weil um sechs die Läden schliessen.»

Ins Ostschweizer Jazz- Bewusstsein gespielt

Botter Maio und seine fast komplette Band spielten sich durch die Songs des neuen Albums «EU RO PA». «Wenn das heute schiefgeht, dann wissen wir, was wir die nächsten Tage zu tun haben», lachte der Bandleader. Es ging nicht viel schief, jedenfalls nichts, was dem Publikum oder dem Berichterstatter auffiel.

Das Publikum, stets kompetent im Kulturkeller, wusste jedoch nicht exakt, wen es da vor sich hatte. Zeit also, dass Botter Maio sich endlich auch in der Ostschweizer Provinz zeigte und sich ins Bewusstsein der hiesigen Jazzfans brachte. Rodrigo Botter Maio ist 1967 in Brasilien geboren, studierte in Italien, Graz, Boston und Zürich, wo er 1992 sozusagen hängen blieb. Er beherrscht das Komponieren und Arrangieren und spielt Alt- und Sopran-Saxofon sowie Querflöte. Seine Musik ist stark geprägt von seinen brasilianischen Wurzeln.

Auf dem Liegestuhl am Bielersee

Ein Beispiel – unter anderen – zeigten er und seine Band am Montagabend: «Nenhuma nuvem no céu», keine Wolke am Himmel. Die Inspiration dazu hatte Botter Maio nicht in Brasilien, sondern auf einem Liegestuhl auf einem Campingplatz am Bielersee.