Amt befürchtet ganzjährige Beunruhigung im Hasenholz

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Niederhelfenschwil Mit einem neuen, knapp 500 Meter langen Weg hätte das Naturschutzgebiet Hasenholz bei Lenggenwil erschlossen werden sollen. Doch das Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF), welches das Projekt im Rahmen einer kantonalen Vorprüfung positiv beurteilte, zog die Bewilligungsfähigkeit überraschenderweise wieder zurück. Während sich der Kanton auf Anfrage der Wiler Zeitung vergangene Woche noch nicht über die Gründe äusser wollte, gehen diese nun aus dem Mitteilungsblatt der Gemeinde Niederhelfensch­wil hervor.

Durch das Gebiet führe der national bedeutende Wildtierkorridor SG 20 Wattbach, wird das ANJF zitiert. Der Besuchersteg Hasenholz widerspreche den Schutzgebietsbestimmungen, welche das Gebiet als trockenes Naturschutzgebiet bezeichne. Diesen Besuchersteg hatte der Naturschutzverein Niederhel­fenschwil-Zuzwil geplant. Der Verein unterstützte das Projekt unter der Voraussetzung, dass die Leinenpflicht für Hunde gilt.

Der Vollzug der Leinenpflicht entspreche gemäss den bisherigen Erfahrungen im Kanton nicht den Erwartungen des Amtes, so der Standpunkt des ANJF. Zusätzlich sei gemäss kantonalem Waldentwicklungsplan das Hasenholz als Amphibienstandort ausgeschieden. Die Bewilligung eines Wanderweges widerspreche der Förderung von Amphibienstandorten. Eine Erschlies­sung des Gebietes Hasenholz ­bedeute eine ganzjährige Beunruhigung des Lebensraumes von früh bis spät, so das Amt für Natur, Jagd und Fischerei. Die Bedeutsamkeit dieses Gebiets lasse die befürchtete Abwertung der Naturwerte zu Gunsten einer reinen Förderung der menschlichen Freizeitnutzung nicht zu. (uam)