Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Amphibienteiche sind
keine Pferdetränken

Aus der ehemaligen Kiesgrube im Hori entsteht nach der Rekultivierung ein Naturschutzgebiet. Die Gemeinde setzt sich für den Schutz des Areals ein. Das hügelige Gelände sei kein Eldorado für Mountainbike-Fahrer, und auch das Campieren ist nicht gestattet.
Philipp Stutz
nfotafeln machen Besucherinnen und Besucher des Naturschutzgebietes auf das richtige Verhalten aufmerksam. (Bild: Philipp Stutz)

nfotafeln machen Besucherinnen und Besucher des Naturschutzgebietes auf das richtige Verhalten aufmerksam. (Bild: Philipp Stutz)

Lärm und Staub haben das Gebiet geprägt. Bagger haben das Erdreich umgeschichtet, Lastwagen das kostbare Gut weggekarrt. Im Hori südlich des Dorfs Jonschwil ist während Jahrzehnten Kies abgebaut worden. Nun ist Ruhe eingekehrt. Oberhalb des ehemaligen Kieswerks, das von der Holcim Kies und Beton AG betrieben worden ist, hat sich ein Trockenstandort gebildet, der eine seltene Pflanzenwelt hervorgebracht hat. Im Gebiet entstanden Mulden, in denen Wasser liegen blieb und die ideale Lebensgrundlagen für Amphibien- und Krötenarten hergaben.

Amphibien und das Waldvöglein

Das bestätigt Rolf Bösch, Naturschutzbeauftragter der Gemeinde Jonschwil: «Hier befinden sich Teiche, sie dienen Amphibien als Laichgewässer.» Unter ihnen die Gelbbauchunke. Und die Kreuzkröte, die im Kanton St. Gallen sonst nur noch an einem Standort in Kirchberg existiert.

Junge Kreuzkröten entwickeln sich innert weniger Wochen vom Ei über die Kaulquappe zum vier bis elf Millimeter grossen Krötchen. Zudem seien 180 Pflanzenarten registriert worden, weiss Rolf Bösch. Unter ihnen das Waldvöglein, eine Pflanzengattung aus der Familie der Orchideen. Mit Ende des Kiesabbaus und Wiederauffüllung wurde ein Konzept ausgearbeitet, mit dem das Überleben dieser seltenen Arten angestrebt wird.

«Im Jahr 2020 wird die Rekultivierung abgeschlossen sein», sagt Gemeindepräsident Stefan Frei. Das Areal ist zum grössten Teil der Landwirtschaftszone zugeteilt und wird in Zukunft auch wieder landwirtschaftlich genutzt. In einer Grünzone Naturschutz gleich nebenan wurden und werden verschiedene Teiche geschaffen, die Lebensraum für Amphibien bieten.

Die Kreuzkröte zählt zu den seltenen Amphibienarten. In unserer Region ist sie nebst Jonschwil nur in Kirchberg zu beobachten. (Bild: PD)

Die Kreuzkröte zählt zu den seltenen Amphibienarten. In unserer Region ist sie nebst Jonschwil nur in Kirchberg zu beobachten. (Bild: PD)

Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung

Das Gebiet Hori ist ein Naturschutzgebiet, das sich in der Aufbauphase befindet. Die Gemeinde hat eine gesetzliche Pflicht, dieses Gebiet zu schützen. «Es muss für die Öffentlichkeit nicht komplett abgeriegelt sein», betont Frei. Besucher sollen und dürfen auf den bezeichneten Wegen die Natur beobachten, dürfen aber das Gebiet nur auf Wegen betreten. Der Zugang zu den Teichen ist mit Brettern abgeriegelt worden. Zusätzlich sind Hinweistafeln angebracht worden, die auf das korrekte Verhalten der Besucher hinweisen.

«Seit 2017 ist dies ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung», sagt Rolf Bösch. Vorher sei es lediglich von regionaler Bedeutung gewesen.

Verzicht auf Feuerwerk und Wasserschiffchen

«Somit tragen wir die Verantwortung dafür, dass die Population der Tiere aufrecht erhalten wird», fügt Bösch hinzu. Hufspuren weisen darauf hin, dass Amphibienteiche als Pferdetränke genutzt worden sind, was laut Stefan Frei nicht gestattet ist. Das hügelige Gebiet eigne sich auch nicht als Mountain-Bike-Strecke oder zum Campieren. Das Areal wurde nämlich in der Vergangenheit auch schon als Zeltplatz genutzt, und Wohnmobile haben hier Halt gemacht. «All das liegt nicht in unserem Sinne», sagt Frei. Ebenso sei es unangebracht, auf den Gewässern Papierschiffchen fahren zu lassen oder die Teiche im Winter fürs Schlittschuhlaufen zu nutzen.

Grundsätzlich dürfen diese Gewässer nicht betreten werden. Untersagt ist weiter das Entfachen von Feuer und Feuerwerk. «Raketen hinterlassen jeweils eine Menge Unrat», sagt Rolf Bösch. Er hofft darauf, dass das Schutzgebiet von der Bevölkerung anerkannt und respektiert wird.

Grillstelle mit «Jubi-Hütte»

Im Herbst wird in der ehemaligen Kiesgrube eine von der St. Galler Kantonalbank anlässlich ihres 150-Jahr-Jubiläums gesponserte Grillstelle mit einer zugehörigen «Jubi-Hütte» eröffnet. Visiere deuten auf dieses Vorhaben hin. Das Gebiet Sonnenhalde unterhalb des ehemaligen Kieswerks ist stark mit Einfamilienhäusern überbaut worden. Nun sind weitere fünf Parzellen rechtskräftig eingezont worden. Sie gehören der Gemeinde und sollen verkauft werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.