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Ampeln in der Kritik: SVP-Kantonsrat Gahlinger will die Verkehrsprobleme bei der Autobahnausfahrt in Uzwil mit Kreisel entschärfen

Die Kontroversen um die Verkehrssituation bei der Autobahnausfahrt gehen weiter. Für SVP-Kantonsrat Damian Gahlinger basiert die Lösung des Kantons auf falschen Grundlagen. Die Verkehrszählung sei zu wenig detailliert, kritisiert er.
Tobias Söldi
SVP-Kantonsrat Damian Gahlinger vor dem Oberbürer Kreisel. (Bild: Tobias Söldi)

SVP-Kantonsrat Damian Gahlinger vor dem Oberbürer Kreisel. (Bild: Tobias Söldi)

«Die Regierung bewirtschaftet die Verkehrsprobleme rund um die Augartenkreuzung, behebt sie aber nicht», sagt Damian Gahlinger. Der SVP-Kantonsrat aus Niederhelfenschwil sitzt im kleinen Café der BP-Tankstelle beim Oberbürer Kreisel, der selbst mitten am Nachmittag gut befahren ist. Der Kreisel ist einer der Protagonisten in der «Pflästerlipolitik» des Tiefbauamtes, wie Gahlinger es formuliert. Geht es nach dem Amt, wird der Kreisel am Ende der Westumfahrung Richtung Oberbüren durch eine Lichtsignalanlage (LSA) ersetzt. Auch bei den beiden Autobahnanschlüssen sind Ampeln geplant, und diejenige an der Augartenkreuzung Richtung Uzwil soll optimiert werden.

Diese Massnahme soll helfen, die Verkehrsprobleme auf der Achse in den Griff zu bekommen. Diese sind unbestritten: Die Augartenkreuzung ist eine der am meisten befahrenen der Region. Eine Zählung des Kantons hat für die Morgen- und Abendspitze rund 33800 Autos erfasst. Zeitweise staut sich der Verkehr bis auf die Autobahn. «Das erarbeitete gesteuerte Verkehrssystem mit Lichtsignalanlagen führt zum leistungsfähigsten und sichersten Zustand unter Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmer», heisst es beim Kanton.

Linksabbieger unterbrechen die Grünwelle

Doch Gahlinger ist anderer Meinung. Er ist nicht zufrieden mit der Lösung, die das Tiefbauamt in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Oberbüren und Uzwil sowie dem Bundesamt für Strassen erarbeitet hat. Zwei Interpellationen hat er eingereicht, welche das Projekt kritisch hinterfragen. «Es darf nicht sein, dass Millionen an Steuergeldern ausgegeben werden und keine Verbesserung in Sicht ist», schrieb er in einer Interpellation vom Juni des vergangenen Jahres. Er befürchtet, dass die Grünphasen, die notwendig sind, um den Verkehr gleichmässig von Uzwil Richtung Autobahn abfliessen zu lassen, nicht eingehalten werden können. Dies, so Gahlinger, weil von St. Gallen her kommende und nach Uzwil fahrende Linksabbieger die Grünwelle unterbrechen. «Diese Welle wäre sehr wichtig, damit sich der Verkehr nicht auf die Autobahn staut.»

Kreisel und Unterführung statt Ampeln

In einer zweiten Interpellation vom November hinterfragte er zudem die Art und Weise der Verkehrszählung. An der Aprilsession hat er eine Antwort erhalten –, die ihn einmal mehr nicht zufriedenstellt. Der Kanton rechne mit unvollständigen Verkehrszahlen und Verkehrsflüssen, so sein Vorwurf. «Es reicht nicht aus, den Verkehr an den Knotenpunkten zu zählen.» Bei einer Zählweise ohne Nummernerkennung, wie sie der Kanton durchgeführt habe, werde nämlich eines übersehen: Dass zahlreiche Autofahrerinnen und Autofahrer, die von St. Gallen her die Autobahn verlassen und nach Uzwil wollen, nicht links, sondern rechts abbiegen und beim Oberbürer Kreisel umkehren, und damit doppelt gezählt werden. «Mehr als die Hälfte macht diese Schlaufe», ist Gahlinger überzeugt. Daraus ergeben sich folgende Probleme: Der Oberbürer Kreisel sei überlastet, kämen doch dazu noch die Autos aus dem Thurgau. Gahlinger fehlt zudem die Berücksichtigung des Langsamverkehrs. Auch aus klimatechnischen Überlegungen sei die Lösung mit den Lichtsignalanlagen wenig sinnvoll.

«Das Problem ist, dass immer angehalten und wieder angefahren werden muss.»

Gahlinger schwebt dagegen eine Alternative mit mehreren Kreiseln vor. «Aus meiner Sicht müssen sämtliche Kreuzungen auf dieser Achse mit Kreiseln ausgestattet und die Augartenkreuzung mit einer Unterführung verbessert werden.» Dadurch werde der Verkehrsfluss ruhiger und gleichmässiger. «Bei einer Lösung mit Kreiseln gibt es keine Linksabbieger und damit keine Unterbrechung des Verkehrsflusses.» Am Ende des Tages gehe es ihm um eine gute Lösung für die ganze Region.

Lichtsignale als Bestvariante

Beim Kanton ist man anderer Meinung als Gahlinger. In einem Faktenblatt, welches die Regierung aufgrund der Interpellation zusammengestellt hat, vergleicht sie die Ampel-Lösung mit einer Kreisel-Lösung, aus dem ein «Verkehrssystem mit vier LSA-geregelten Knoten klar als Bestvariante» hervorgeht. Der Hauptvorteil: Die Verkehrsströme können mit den Lichtsignalanlagen gezielt gesteuert und dosiert werden. Das ist vor allem für den ÖV wichtig. Nur so könne die Anschlusssicherheit am Bahnhof gewährleistet werden.

Weiter wird der geringere Flächenbedarf erwähnt und der Punkt, dass Kreisel baulich statisch und kaum ausbaufähig seien. Die Kreisellösung führe zudem zu zusätzlichem Schleichverkehr in den Wohnquartieren. Und zuletzt seien auch die Kosten der Lösung mit Lichtsignalanlagen vergleichsweise gering.

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