Ambulanz-Standort in der Kritik

Die Flawiler SP-Kantonsräte Daniel Baumgartner und Peter Hartmann befürchten, dass die Standortverlegung der Rettungswagen der Notrufzentrale 144 nach Gossau der Region Nachteile bringt. Jetzt soll die Regierung Stellung nehmen.

Andrea Häusler
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Gossau-Ost könnte vom Kantonsspital (Bild) aus versorgt werden, schreiben die Interpellanten. Flawil wäre dann als Stützpunkt der Notrufzentrale 144 geeigneter als Gossau. (Archivbild: Olivia Hug)

Gossau-Ost könnte vom Kantonsspital (Bild) aus versorgt werden, schreiben die Interpellanten. Flawil wäre dann als Stützpunkt der Notrufzentrale 144 geeigneter als Gossau. (Archivbild: Olivia Hug)

FLAWIL. Die November-Session des St. Galler Kantonsrats beginnt am Montag. Dann wollen Daniel Baumgartner und Peter Hartmann ihre Interpellation einreichen. Grund für den parlamentarischen Vorstoss ist die Verlegung des Notruf-Stützpunkts vom Spital Flawil weg nach Gossau im vergangenen Oktober. Von der Reorganisation erwarten sie einerseits negative Auswirkungen auf die Versorgung der Bevölkerung in den Gemeinden Uzwil, Degersheim, Lütisburg und Neckertal, weil der Rettungswagen ab Gossau über Flawil fahren muss. Anderseits befürchten sie einen Einfluss auf die Notfallstation und die Zukunft des Spitals Flawil.

Gossau näher bei Kantonsspital

Die Verlegung der Rettungswagen der Notrufzentrale 144 ist eine Folge des Zusammenschlusses der Rettungsdienste der Spitalregionen Kantonsspital St. Gallen, Fürstenland Toggenburg und Rheintal Werdenberg Sarganserland zur Rettung St. Gallen Anfang Jahr. Begründet wurde die Standortwahl zugunsten Gossaus mit der besseren Erreichbarkeit der Bevölkerung im ganzen Einzugsgebiet.

Aus seiner Sicht sei genau das Gegenteil der Fall, sagt Daniel Baumgartner. Für Flawil und die angrenzenden Gemeinden bedeute der neue Standort eine Verschlechterung. Und nicht allein für diese. Die Bevölkerung im Raum Gossau Ost wäre, aufgrund der Distanz, mit einer Anbindung an das Kantonsspital besser bedient. Stossend ist für ihn, dass der Gemeinderat den Entscheid habe zur Kenntnis nehmen müssen, ohne zuvor in den Entscheidungsfindungsprozess einbezogen worden zu sein.

Zahlen und Kompetenzen

Entsprechend erwarten die Interpellanten von der Regierung auch Auskunft darüber, wer über die Organisation des Rettungsdienstes und damit über den Standort des Rettungswagens letztinstanzlich entscheidet. Und, weshalb die kommunalen Behörden nicht ins Evaluationsverfahren eingebunden worden sind. Für Baumgartner und Hartmann wäre eine Rückführung des Ambulanzfahrzeugs nach Flawil eine Option. Von der St. Galler Regierung wollen sie deshalb wissen, ob die Anbindung des Rettungsdienstes 144 an den Notfall und das Spital Flawil in bezug auf die Nutzung von Ressourcen wie Verfügbarkeit, Versorgungsqualität und Qualifikation des Personals nicht die optimalere Lösung wäre. Und, ob es nicht sinnvoller wäre, das Stadtgebiet Gossau Ost mit Rettungswagen des Kantonsspitals anzufahren. Zahlen und Fakten erwarten die Interpellanten in bezug auf die zeitliche Erreichbarkeit aller Gemeinden ab dem Standort Flawil (bisher) und Gossau (neu).

Zukunft des Spitals Flawil

Letztlich geht es den beiden SP-Kantonsräten auch um einen möglichen Bedeutungsverlust des Spitals Flawils. Daher soll die Regierung verbindlich Stellung nehmen, ob die Verschiebung der Ambulanzfahrzeuge Auswirkungen hat auf die Notfallstation und die Zukunft des Spitalstandorts Flawil.