AMATEURFUSSBALL
«Ein unbeschreibliches Gefühl»: Was die Uzwiler zum Aufstieg in die 1. Liga sagen

Der FC Uzwil ist mit einem 2:1-Auswärtssieg gegen Bassersdorf zum vierten Mal in die 1. Liga aufgestiegen. Den entscheidenden Treffer erzielte Stürmer Getuart Asani. Die Uzwiler zeigten wieder einmal, dass sie nach Rückstand nie aufgeben.

Tim Frei
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War kaum zu bremsen: Uzwils Siegtorschütze Getuart Asani (am Ball).

War kaum zu bremsen: Uzwils Siegtorschütze Getuart Asani (am Ball).

Bilder: Tim Frei

Die Nerven der Uzwiler wurden in den Schlussminuten nochmals arg strapaziert. Als der Schiedsrichter aber nach gefühlt über sieben Minuten Nachspielzeit die Partie in Bassersdorf doch noch abpfiff, brachen bei den Gästen alle Dämme: Die Auswechselspieler, Trainer und Betreuer stürmten zu den Akteuren auf dem Rasen und feierten den vierten Aufstieg in die 1. Liga seit 1972, 1977 und 1979.

Ekstase pur: Die Uzwiler bejubeln ihren Wiederaufstieg in die 1. Liga.

Ekstase pur: Die Uzwiler bejubeln ihren Wiederaufstieg in die 1. Liga.

Bereits wenige Minuten später spritzte der Champagner durch die Luft, Zigarren wurden angezündet, die Aufstiegstrikots übergezogen und schliesslich wurde gesungen: «Campione, Campione!» Getuart Asani, Uzwils Torschütze zum entscheidenden 2:1, war wenige Minuten nach den ersten Feierlichkeiten sichtlich ergriffen. Er sagte:

«Das war ein sehr emotionales Spiel. Uns war bewusst, dass wir wohl einen Sieg brauchen, um in die 1. Liga aufzusteigen. Nun sind wir überglücklich, haben wir das geschafft.»

Für den Uzwiler Asani, der einst mit der U21 des FC St.Gallen in die Promotion League aufstieg, ist es ein ganz spezieller Erfolg: «Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, mit dem Verein aufzusteigen, bei dem ich mit Fussball begonnen habe. Momentan realisiere ich das noch nicht, das wird einige Tage dauern.»

Kurz vor der Pause in Rücklage geraten

Die Uzwiler benötigten in der Tat einen Sieg für den Aufstieg, schliesslich hatten Kreuzlingen und Amriswil ihre Pflicht erfüllt. Nach der ersten Halbzeit hatte es aus Sicht der Gäste gar nicht gut ausgesehen, lagen sie doch überraschend mit 0:1 zurück. Fabio Carvalho hatte in der 40. Minute zu viele Freiheiten genossen und den Ball unhaltbar in die nahe Ecke geschlenzt.

Kristian Nushi versuchte sein Glück mehrmals mit Distanzschüssen.

Kristian Nushi versuchte sein Glück mehrmals mit Distanzschüssen.

Uzwil-Trainer Armando Müller hatte offenbar die richtigen Worte in der Pause gefunden, startete seine Mannschaft doch mit viel Schwung und Entschlossenheit in die zweite Hälfte. Asani lobte den Cheftrainer nach der Partie:

«Ob in der Halbzeitpause, vor den Spielen oder in den Trainings – die Ansprachen von Armando Müller waren ausschlaggebend, dass wir dermassen als Team zusammengewachsen sind.»

Müller sagte zu seiner Ansprache vor diesem Spiel in Bassersdorf: «Ich habe dem Team gesagt, dass sich harte und ehrliche Arbeit belohnen wird - genau das haben wir getan!»

Für Trainer Armando Müller schliesst sich ein Kreis

Das 1:1 durch Zoltan Farkas mittels Elfmeter (54.) war die logische Folge von Uzwils Startfurioso in der zweiten Halbzeit. Keine zehn Minuten später hätten die Gäste eigentlich erstmals in Führung gehen müssen, doch Asanis Treffer wurde wegen Offsides aberkannt - ein Entscheid, der zumindest zweifelhaft war. In der 70. Minute holte der Stürmer Verpasstes nach und verwertete eine sehenswerte Hereingabe zum 2:1.

Zoltan Farkas erzielte den Ausgleich vom Elfmeterpunkt.

Zoltan Farkas erzielte den Ausgleich vom Elfmeterpunkt.

Die Uzwiler haben damit zum wiederholten Mal in dieser Saison eine Partie nach Rückstand noch gedreht. «Was diese Mannschaft geleistet hat, welchen Charakter sie gezeigt hat - das ist einfach phänomenal», sagte ein stolzer Armando Müller und ergänzte:

«Wir sind auch heute nach Rückstand ruhig geblieben und haben konsequent unser Spiel durchgezogen.»

Auch für Müller ist der Aufstieg ein ganz besonderer Moment: «Das ist das Grösste, was ich in meiner Trainerkarriere bisher erlebt habe. Ich denke auch an die Vergangenheit zurück, als ich vor über 40 Jahren mit Uzwil als Spieler bereits einmal in die 1. Liga aufstieg - umso schöner, schliesst sich nun der Kreis.»

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