Am Sonntag muss es absolut sein

Am Montag ist grösstenteils klar, wer die nächsten vier Jahre in Schul- und Gemeinderäten mitwirkt. Zweite Wahlgänge sind aber denkbar. Dafür braucht es nicht in jedem Fall die Urne.

Sebastian Keller
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REGION. Der 23. September ist ein vielgenanntes Datum. Wieso? Es ist der Sonntag, an dem die Kirchbergerinnen und Kirchberger entscheiden, ob sie einem Maximalkredit über 17,5 Mio. Franken für einen neuen Gemeindesaal samt Tiefgarage zustimmen. Eine Entscheidung, die zwangsläufig fällt. Zweite Durchläufe gibt es bei kommunalen Sachvorlagen nicht.

Beschäftigung für vier Jahre

Der Sonntag entscheidet aber auch über die zukünftige Haupt- oder Nebenbeschäftigungen zahlreicher Personen. Gemeinde- und Schulratspräsidenten sind zu wählen. Auch Mitglieder dieser beiden Gremien sowie Mitglieder von Geschäftsprüfungskommissionen stehen zur Wahl. Gemeinde- und Schulbehörden in der Region Wil werden nach dem Majorzwahlrecht bestellt. Im Gegensatz zum Wiler Stadtparlament, wo das Proporzwahlrecht angewendet wird. Bei der Majorzwahl – oder Mehrheitswahl – sind diejenigen Kandidaten gewählt, welche die meisten Stimmen auf sich vereinen. Im ersten Wahlgang gibt es eine zusätzliche Hürde: Gewählt ist nur, wer das absolute Mehr erreicht – egal, ob es Gegenkandidaten gibt oder nicht. Das absolute Mehr ist erreicht, wenn ein Kandidat mindestens die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen plus eine Stimme erhält (leere und ungültige werden nicht zum Total hinzugerechnet).

Absolutes Mehr ein Muss

Dass am Sonntagabend alle Behörden vollständig bestellt sind, ist nicht sicher. Vor allem in Fällen, wo mehrere Personen für ein Amt kandidieren. Das ist etwa beim Schulratspräsidium Bütschwil-Ganterschwil der Fall. Drei Personen kandidieren dafür. Weil sich die Stimmen auf diese drei Anwärter verteilen könnten, ist das Erreichen des absoluten Mehrs nicht gewiss. In der Gemeinde Zuzwil kandidieren vier Personen für drei Sitze. Dass drei Kandidaten das absolute Mehr erreichen, ist nicht in Stein gemeisselt. Fürs Schulratspräsidium selbiger Gemeinde kandidieren zwei Personen. Hier ist eine Entscheidung im ersten Wahlgang eher wahrscheinlich. In jedem Fall gilt: Erreicht keiner oder nur ein Teil der Kandidierenden das absolute Mehr, muss die Gemeinde einen zweiten Wahlgang ansetzen, damit die Behörde ihre Arbeit zu Beginn der Legislatur aufnehmen kann.

Bei zu wenigen Kandidaten

Zu einem zweiten Wahlgang kann es auch kommen, wenn es im ersten Wahlgang zu wenig oder keine Kandidaten für ein Amt gibt. Das war etwa beim Schulrat Zuzwil der Fall. Unterdessen hat sich eine Person für den vierten Sitz empfohlen (Wiler Zeitung vom 13. September). Weil ihr Name aber nicht auf dem Wahlzettel steht, da diese schon gedruckt waren, ist ihre Wahl am Sonntag nicht gewiss.

Stille Wahl im zweiten Wahlgang

Beim zweiten Wahlgang gelten andere Bestimmungen. Wer beim ersten Wahlgang kandidiert hat, muss nicht zwingen für den zweiten kandidieren. Andererseits können sich neue Kandidaten aufstellen lassen. Beim zweiten Wahlgang gilt noch das relative Mehr. Wenn nur eine Person für ein Amt kandidiert, muss die Wahl – sofern der Wahlvorschlag gültig ist – gar nicht durchgeführt werden. Stille Wahl nennt sich das. Ein allfälliger zweiter Wahlgang ist meistenorts auf Sonntag, 25. November, angesetzt. Die Wahlvorschläge sind in der Regel ziemlich rasch nach dem ersten Wahlgang einzureichen.