Am Rande

Leuchtreklamen statt Wirtshausschilder Das Beizensterben nimmt seinen ungebrochenen Lauf. Mit der Schliessung der «Alpenrose» und dem «Speer-Viktoria» verliert die Stadt Wil zwei weitere Lokale mit über hundertjähriger Tradition.

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Leuchtreklamen statt Wirtshausschilder

Das Beizensterben nimmt seinen ungebrochenen Lauf. Mit der Schliessung der «Alpenrose» und dem «Speer-Viktoria» verliert die Stadt Wil zwei weitere Lokale mit über hundertjähriger Tradition. Zwischen dem vornehmen Speiserestaurant und dem in den letzten Jahren aufgekommenen Kebab-Imbiss scheint der Platz für die traditionelle Arbeiterbeiz, die am Morgen für den Znüni öffnet, am Mittag ein einfaches Menu anbietet und am Abend Bier und Wein ausschenkt, immer enger zu werden. Die beiden Häuser hinterlassen mit ihrer Schliessung in Wil eine Lücke an zentraler Lage, in die ein neues Geschäftshaus mit Büros, Läden und Wohnungen gebaut wird. Mit dem «Speer-Viktoria» verschwindet die einzige Arbeiterbeiz aus der Fussgängerzone der Äbtestadt. Der «Speer» macht einer Bank Platz, nebst Kleiderläden das zweitmeiste Geschäftssegment in der Fussgängerzone an der Oberen Bahnhofstrasse. Die Wirtshausschilder verschwinden immer mehr neben den Leuchtreklamen. An teurer Lage muss schliesslich viel Umsatz erzielt werden, mehr als eine Beiz es schafft. Das rächt sich nach Ladenschluss, wenn sich die Obere Bahnhofstrasse jeweils plötzlich menschenleer präsentiert. Silvan Meile

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