Am Finaltag aufs Podest gerettet

Eine solide Dressur, ein Marathon ohne Schnitzer und ein starkes Hindernisfahren bedeuteten an der Schweizer Meisterschaft im Gespannfahren in Frauenfeld Bronze für Hans Barmettler aus Degersheim bei den Pony-Einspännern.

Claudia A. Spitz
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Im Hindernisfahren sicherte sich Hans Barmettler mit Adonis V CH mit einer guten Fahrt den dritten Platz. (Bild: Claudia A. Spitz)

Im Hindernisfahren sicherte sich Hans Barmettler mit Adonis V CH mit einer guten Fahrt den dritten Platz. (Bild: Claudia A. Spitz)

GESPANNFAHREN. Hans Barmettler aus Degersheim hatte die Ehre, diese Schweizer Meisterschaft im Gespannfahren zu eröffnen. Denn er bekam die nicht so sehr geliebte Startnummer eins bei den Pony-Einspännern zugelost. Er konnte mit seinem Haflingerwallach Adonis V CH nicht ganz mit den Besten mithalten, zeigte aber ein solides Programm und wurde am Schluss Vierter. Ob es auch daran lag, dass ihn die Richter im dichten Nebel nicht so sehen konnten, wird man nie wissen. Mit der genau gleichen Punktzahl klassierte sich Vera Büttikofer (Guntershausen). Ihr Chicco d'Oro zeigt normalerweise gute Programme, doch es machte den Anschein, dass es ihm auf dem etwas rutschigen Grasboden im Nebel nicht so wohl war.

Am Marathon-Tag waren die Bedingungen gut, die Sonne zeigte sich schon bald, und die Bise war nicht so stark, so dass es angenehm warm wurde. Bütikofer lief es gut, sie schaffte in zwei von sieben Hindernissen die zweitbeste Zeit und beendete die Geländeprüfung auf dem dritten Platz. Nicht ganz nach Wunsch gelang die Fahrt Hans Barmettler. Er fuhr solide, verlor aber überall etwas Zeit, war am Schluss Fünfter und fiel dadurch auch in der Gesamtwertung hinter Bütikofer zurück. Der Abstand betrug fast sechs Punkte.

Verabschiedung

Hans Barmettler liess es sich nicht nehmen, im Rahmen dieser SM seinen Stany zu verabschieden. Mit dem nun 21jährigen Haflingerwallach startete er zum ersten Mal 1999 und feierte 2001 den ersten Sieg. Zum letzten Mal standen die beiden nach total rund 82 offiziellen Starts 2012 zuoberst auf dem Podest. In der Folge wurde Stany noch in Hindernisfahren eingesetzt, bevor er nun bei bester Gesundheit seinen Lebensabend geniessen kann. Stany ist immer noch fit und lebte richtig auf im Marathon-Hindernis. Er genoss seinen Strauss aus Karotten und die Aufmerksamkeit der immer noch zahlreichen Zuschauer.

Starke Fahrt

Wie immer an einer Meisterschaft musste das Hindernisfahren am Sonntag die Entscheidung bringen. Bereits als Zweiter musste Barmettler die schwere Aufgabe in Angriff nehmen. Er fand das richtige Rezept zwischen Angriff und Vorsicht, blieb ohne Abwurf und musste nur 0,5 Punkte für Zeitüberschreitung in Kauf nehmen. Auch Büttikofer lief es nicht schlecht, sie totalisierte insgesamt 7,5 Punkte, fiel aber trotzdem noch um einen Platz zurück in der Gesamtwertung. Sie kann aber durchaus zufrieden sein, denn mit Chicco d'Oro verfügt sie über eine Zukunftshoffnung. Der Wallach ist erst sechsjährig und lief seine erste Saison. Für Barmettler wurde es noch spannend. Nachdem auch die Dritte nach den ersten beiden Tagen Fehler machte, begann das grosse Rechnen. Am Schluss gewann Hans Barmettler Bronze mit dem äusserst knappen Vorsprung von lediglich 0,05 Punkten nach drei Wettkampftagen. Auch er verfügt mit dem siebenjährigen Adonis V CH über ein Pferd, welches das Potenzial hat, ganz vorne mitzumischen. Den Sieg in dieser Kategorie holte Cédric Scherrer, der lange Mitglied im Fahrverein Wil war. Die Schweizer Meisterschaft war ein richtiges Fahrsportfest, das am Wochenende viele Zuschauer anzog. Dazu beigetragen hat auch der Fahrverein Wil, dessen Mitglieder in allen Bereichen im Einsatz standen und eine grosse Arbeit leisteten.