Aluwag AG entlässt 60 Mitarbeiter

NIEDERBÜREN. Fast ein Drittel der Belegschaft in der Aluminiumgiesserei in Niederbüren verliert ihren Job. Die Firma begründet die Kündigungen mit dem starken Franken. Während die Gemeindebehörde Verständnis zeigt, stossen die Entlassungen bei der Gewerkschaft auf Kritik.

Urs Bänziger
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Die Aluwag entwickelt, produziert und bearbeitet Bauteile vor allem für die Autoindustrie. (Bild: Philipp Stutz)

Die Aluwag entwickelt, produziert und bearbeitet Bauteile vor allem für die Autoindustrie. (Bild: Philipp Stutz)

NIEDERBÜREN. Ende Mai verliert fast ein Drittel der Belegschaft der Aluwag AG in Niederbüren ihre Stelle. Die Firma begründet die 60 Entlassungen mit dem starken Frankenkurs. Die Aluminiumgiesserei exportiert nach eigenen Angaben 80 Prozent ihrer Produkte ins Ausland. Die Gemeindebehörde reagiert auf die Entlassungen mit Bedauern, aber auch mit Verständnis.

Grösster Arbeitgeber

Er sei von der Geschäftsleitung persönlich über die Entlassung der 60 Mitarbeitenden informiert worden, sagt Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein. «Ich bedaure diesen Entscheid. Für die Betroffenen ist es in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage nicht einfach.» Auch für die Gemeinde und die Region sei die Streichung der Arbeitsstellen ein Verlust. «Niederbüren ist zwar nicht direkt betroffen, aber viele der Entlassenen wohnen in der Region. Sie müssen jetzt schauen, dass sie eine neue Arbeitsstelle finden.» Die Aluwag sei der grösste Arbeitgeber in Niederbüren. «Wenn das Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen, auf Druck der Auftraggeber, ihre Bearbeitungsabteilung in den Euroraum verlegen will, um Kosten zu sparen, so bringt das eine Konzentration auf die Bereiche Entwicklung, Giesserei und Werkzeugmanagement mit dem Ziel, den Standort Niederbüren mit den Kernkompetenzen und den verbleibenden 130 Arbeitsplätzen in der Gemeinde zu erhalten», sagt Hollenstein.

Herbeigezogene Begründung

Für die Gewerkschaft Unia ist der starke Franken eine herbeigezogene Begründung, um Arbeitsplätze in Billigländer zu verlegen. «Die Auswirkungen der Aufhebung des Euromindestkurses lassen sich in dieser kurzen Zeitspanne noch gar nicht analysieren», sagt die Sektionsleiterin St. Gallen-Appenzell der Unia, Anke Gähme. Sie kritisiert zudem, dass kein Sozialplan ausgearbeitet worden sei. «Die Firma Aluwag kümmert sich nicht wirklich um die 60 betroffenen Mitarbeiter.» • WIRTSCHAFT 13