Altes Haus, neue Gastgeberin

Die Tonhalle präsentiert 13 eigene Vorstellungen für die kommende Theatersaison. Dabei sind eine Interpretation eines Ernest-Hemingway-Klassikers und ein Schauspiel über Harry Belafonte.

Silvan Meile
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WIL. Am 15. September öffnet die Wiler Tonhalle erstmals die Türen der kommenden Theatersaison. Bereits im Mai übergab Susanne Wipf nach 13 Jahren die Verantwortung für das Theaterhaus der neuen künstlerischen Leiterin Florence Leonetti. Diese stellte nun das Saisonprogramm der Tonhalle, es sind 13 Vorstellungen, im Foyer des 1876 erbauten Theaterhauses der Ortsbürger vor. Noch trägt das Programm die Handschrift der Vorgängerin. Leonetti lobt das «breite Spektrum». Auch sie möchte künftig eine gute Mischung unterschiedlichen Theaterschaffens präsentieren – bei dem aber auch für die Jugend gezielt etwas dabei sein soll.

Des Leben des Harry Belafonte

Das Theaterprogramm startet mit der Komödie «Das Gespenst von Canterville», nach einer Erzählung von Oscar Wilde, eine ironisch-romantische Gesellschafts-Satire. Eine Woche später steht «Ein fliehendes Pferd» auf dem Programm, ein Schauspiel nach der Novelle von Martin Walser. Grosses Theater verspricht auch das Schauspiel «Molly Sweeney» Ende Oktober. Im November finden unterschiedliche musikalische Formen den Weg in die Tonhalle: Anfang Monat zeigt die Operettenbühne Wien «Das Schwarzwaldmädel». Mit der Aufführung Ende November erhält das Publikum Einblick in das Leben und musikalische Schaffen von Harry Belafonte. Dazwischen, am 24. November, wird die Komödie «Oscar und Felix» aufgeführt.

Auch in diesem Jahr fehlt das traditionelle Kinderstück nicht im Tonhalleprogramm. Der Verein Schweizer Kinder- und Jugendtheater führt am 2. Dezember den «Froschkönig» in einer Dialektfassung auf.

«Rain Man» und Hemingway

Ebenfalls traditionell präsentiert sich das Neujahrskonzert mit dem Sorbischen Nationalensemble am 5. Januar. Es ist bereits das dritte Mal, dass das Kammerorchester mit Balletttänzern, Solisten und Moderatorin in Wil zu Gast sein wird. Eine Woche später kommt das US-amerikanische Filmdrama «Rain Man» auf die Bühne. Am 1. Februar folgt eine Komödie: In «König der Herzen» war die kürzlich verstorbene Münchner Schauspielerin Silvia Seide in der Hauptrolle vorgesehen. Die Erzählung «Der alte Mann und das Meer» von Ernest Hemingway ist die Vorlage eines Stücks, dass am 23. Februar auf dem Programm steht. Danach folgt am 15. März mit «Gatte gegrillt» eine weitere Komödie. Einen wuchtigen Programm-Schlusspunkt setzt danach die Oper «Don Pasquale». Nicht weniger als 85 Mitglieder der Staatsoper der rumänischen Stadt Brasov werden hierfür in der Tonhalle aufspielen. Im letzten Jahr waren die Aufführungen der Tonhalle zu 76 Prozent ausgelastet. Diesen Wert möchte Leonetti halten. Nebst dem offiziellen Programm der Tonhalle werden auch in dieser Theatersaison verschiedene Produktionen «eingemietet». So ist bisher beispielsweise ein Auftritt von Gardi Hutter oder jener der Wiler Stadtmusik bekannt.