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Alterspflege geht am Rollator: Ist die Betreuung im Alter finanziell ein Fass ohne Boden?

Die Betreuung im Alter ist finanziell gesehen selbst ein Pflegefall. Das suggeriert die Interpellation von SVP-Parlamentarierin Ursula Egli. Vom Stadtrat erwartet sie Lösungen, wie die Kosten in den Griff zu kriegen sind.
Gianni Amstutz
Braucht die Alterspflege eine Gehhilfe? Ursula Egli fordert neue Lösungen. (Bild: Urs Bucher)

Braucht die Alterspflege eine Gehhilfe? Ursula Egli fordert neue Lösungen. (Bild: Urs Bucher)

«Die Pflege und Betreuung im Alter entwickelt sich zu einem finanziellen Fass ohne Boden.» Häufig, wenn die SVP oder auch andere Wiler Ortsparteien zu dieser Metapher greifen, schwingt damit eine Kritik an der Arbeit des Stadtrats mit. Bei der Interpellation von Ursula Egli ist dies anders: «Es geht nicht darum, dass nun auf Kosten der älteren Bewohner gespart werden soll», betont die SVP-Stadtparlamentarierin.

Im Gegenteil: Das Älterwerden soll für Seniorinnen und Senioren eben gerade bezahlbar bleiben. Doch das bezweifelt Ursula Egli. Sie spricht von einer «drohenden Kostenexplosion». Bereits in den vergangenen Jahren seien die Kosten stark gestiegen. Die zunehmende Überalterung der Gesellschaft erfordere Massnahmen – und zwar schnell.

«Wir müssen die Lösungen jetzt suchen und nicht erst dann, wenn es zu spät ist.»

Private Spitexorganisationen als Lösung?

Der SVP-Parlamentarierin schwebt eine Lösung vor, in der die ambulanten Leistungen von Organisationen wie der Spitex ausgebaut werden. «Es ist ausgewiesen, dass das Älterwerden nur finanzierbar bleibt, wenn Senioren möglichst lange Zuhause bleiben können», sagt sie. Die Tendenz dazu finde sie begrüssenswert. Folglich werde die Nachfrage nach den Dienstleistungen der Spitex zunehmen.

Ursula EgliSVP-Stadtparlamentarierin

Ursula Egli
SVP-Stadtparlamentarierin

Angesichts dessen hinterfragt Ursula Egli die Rolle der Thurvita kritisch, die sich in Wil, basierend auf einem Leistungsauftrag in verschiedenen Bereichen für ältere Menschen engagiert. Die Thurvita ist zwar als Aktiengesellschaft organisiert, ist allerdings im Besitz der öffentlichen Hand, mit der Stadt Wil als Mehrheitsaktionärin. Egli hat den Eindruck, dass aufgrund dieser Leistungsvereinbarung der Wettbewerb mit privaten Anbietern verzerrt wird. Sie glaubt, dass durch eine Zusammenarbeit der Stadt, auch mit privaten Spitexorganisationen, die Kosten für den Bereich Alter allenfalls gesenkt werden können. Schliesslich belebe Konkurrenz das Geschäft. Beispiele für Gemeinden, die mit einem solchen Modell Erfolg gehabt hätten, seien vorhanden. Ob sich diese auf Wil anwenden lassen, kann sie nicht sagen. Es sei aber mindestens Wert, dies zu prüfen. Deshalb richtet Ursula Egli in ihrer Interpellation mehrere Fragen dazu an den Stadtrat.

Älter werden auch in anderen Quartieren

Konkret will Ursula Egli wissen, wie sich die Zahlungen in den vergangenen fünf Jahren entwickelt haben, die an die öffentliche Spitex der Thurvita geleistet wurden im Vergleich zu privaten Spitexorganisationen. Zudem erkundigt sie sich nach Gründen für die Nachfrage nach privaten Spitexorganisationen. Ausserdem fragt sie, ob der Stadtrat in den Angeboten privater Spitexdienste Potenzial sieht, diese vermehrt zu nutzen gedenkt und ob damit Kosten eingespart werden könnten. Schliesslich will sie wissen, wie der Trend bezüglich Alterswohnungen mit betreutem Wohnen aussieht und ob die Stadt zusätzlich zum Projekt «Wohnen im Quartier» in Bronschhofen weitere solche Angebote plant.

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