Alt St.Johann
Zwei Jahrzehnte im Dienst der Ortsgemeinde: Die Meilensteine des scheidenden Präsidenten Walter Looser

Walter Looser übergibt sein Amt als Präsident der Ortsgemeinde Alt St.Johann nach 20 Jahren seinem Nachfolger. Als letztes grosses Projekt wurde eine Heizzentrale realisiert, welche das Dorf mit Wärme versorgt.

Adi Lippuner
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Walter Looser, abtretender Präsident der Ortsgemeinde Alt St.Johann, bei der Präsentation der Pläne für den Neubau der Heizzentrale.

Walter Looser, abtretender Präsident der Ortsgemeinde Alt St.Johann, bei der Präsentation der Pläne für den Neubau der Heizzentrale.

Bild: Adi Lippuner

Zuerst vier Jahre Vorstandsmitglied und Kassier, dann 20 Jahre Präsident: In dieser Zeit hat Walter Looser einige Meilensteine der Ortsgemeinde erlebt und mitgeprägt. Zudem ist er im Vorstand des kantonalen Ortsgemeindeverbands, dort wird noch ein Nachfolger für ihn gesucht.

«Jüngstes Kind» seines umfassenden Wirkens ist die neu erstellte und Anfang Oktober 2020 in Betrieb genommene Heizzentrale in Alt St.Johann. Von dort aus werden 61 Bezüger in den beiden Dörfern Alt St.Johann und Unterwasser mit Wärme versorgt.

Bevor die Verantwortlichen der Ortsgemeinde den Schritt zum Neubau wagten, gab es, wie Walter Looser bei einem Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre sagt, «rege Diskussionen». Dabei sei es um die Übernahme der Verantwortung, aber auch das finanzielle Risiko gegangen.

«Denn die Investitionen von 4,6 Millionen Franken waren nicht ganz einfach zu verkraften.»

Trotzdem seien er und die weiteren Vorstandsmitglieder der Meinung, dass dies eine Aufgabe für die Ortsgemeinde sei.

Regionale Wertschöpfung im Zentrum

Walter Looser (links) und sein Nachfolger Hubert Looser im Schnitzellager der fertig gebauten und im Betrieb genommenen Heizzentrale in Alt St.Johann.

Walter Looser (links) und sein Nachfolger Hubert Looser im Schnitzellager der fertig gebauten und im Betrieb genommenen Heizzentrale in Alt St.Johann.

Bild: Adi Lippuner

Mit einer jährlichen Leistung bis zu 3500 Megawatt Heizenergie können rund 350'000 Liter Heizöl eingespart werden und die Wertschöpfung bleibt dank des Holzschnitzelverbrauchs von rund 5000 Kubikmetern in der Region. Gerade diese Verbundenheit mit der Region ist dem scheidenden Präsidenten ein grosses Anliegen. «Als wir im Jahr 2007 einsehen mussten, dass unser eigener Forstbetrieb nicht mehr rentabel betrieben werden kann, machte ich mich auf die Suche nach Verbündeten», so Walter Looser.

Gemeinsam mit den Ortsgemeinden Wildhaus und Nesslau sowie der Kreisalpenkorporation konnte im Jahr 2008 die FOAG (Forstbetriebe Obertoggenburg AG) gegründet werden. «Eigentlich gebe ich nicht gerne etwas aus der Hand, aber beim Forst hat sich die Zusammenarbeit als Glücksfall erwiesen. Früher wurde mit der Bewirtschaftung der Wälder Geld verdient, heute ist dies leider nicht mehr so», bringt Walter Looser die Veränderungen auf den Punkt.

Die Landwirtschaft und die Alpen liegen ihm am Herzen

Bis zur Übergabe an seinen Sohn Stefan hat der 1952 geborene Alt St.Johanner den Bauerbetrieb Hofwis, gleich neben der Talstation der Bergbahn, betrieben. «Der Hof ist schon seit vielen Generationen im Familienbesitz und es ist eine Freude, mit welchem Engagement die Jungen diesen weiterführen», windet der offiziell pensionierte Bauer seinem Sohn, der Schwiegertochter sowie deren drei Söhnen ein Kränzchen.

Seine tägliche Mithilfe bei der Betreuung der Tiere und sein Einsatz auf der Alp werden nach wie vor geschätzt. So ist auch der Bezug zu den Alpen der Ortsgemeinde gegeben, sei es in der Laui, Gräppelen oder Mutteli. «Wir konnten während der vergangenen Jahre einiges investieren, haben Gebäude verbessert und teilweise erneuert», blickt Walter Looser zurück. «Die Alpen sind mir wichtig, sind sie doch für die Pächter eine wichtige Ergänzung zum Bauernhof.»

Hubert Looser übernimmt das Präsidium

Als Nachfolger für das Präsidium konnte Hubert Looser gewonnen werden. Der gelernte Sanitär- und Heizungsmonteuer war bereits vier Jahre im Vorstand und konnte sich in die neue Aufgabe einarbeiten. «Bei der Heizzentrale bin ich durch meinen Beruf gut eingebunden. Geht es um die Alpen und die damit verbundenen Aufgaben, werde ich mich Schrittweise damit vertraut machen», sagt Hubert Looser. Er sei sehr stark mit dem Dorf und den bäuerlichen Traditionen verbunden und nehme deshalb die Herausforderungen gerne an.

Seinen Amtsvorgänger beschreibt Hubert Looser als «engagiert, hartnäckig bei der Verfolgung der Ziele, immer bestens informiert und vor Ort, wenn er gebraucht wird». Dank seines grossen Einsatzes habe sich die Ortsgemeinde den Bauleiter bei der Heizzentrale sparen können. Walter Looser habe diese Aufgabe übernommen und damit sei es möglich gewesen, im Rahmen des vorhandenen Kredits von 4,6 Millionen Franken einiges mehr zu realisieren als ursprünglich geplant.