Als Fastnächtler geboren: Mike Holenstein ist der neue Wiler Hofnarr

Vor 25 Jahren war er Narrenprinz, jetzt ist Mike Holenstein Hofnarr der Wiler Fastnacht.

Gianni Amstutz
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Mike Holenstein fühlt sich wohl in seiner Rolle als Hofnarr.

Mike Holenstein fühlt sich wohl in seiner Rolle als Hofnarr.

Bild: Gianni Amstutz

Dass Mike Holenstein einmal ein Fastnächtler werden würde, wurde ihm in die Wiege gelegt. Das ist bei weitem keine Übertreibung. «Ich wäre fast an der Fastnacht geboren worden», sagt Holenstein lachend. Denn obwohl seine Mutter damals im März 1962 hochschwanger war, habe Mikes Vater sie davon überzeugt, trotzdem an die Fastnacht mitzukommen. Mitten im Trubel hätten dann die Wehen eingesetzt. Doch die Zeit reichte gerade noch, dass klein Mike nicht in einer dekorierten Fastnachtsbeiz, sondern im Spital geboren wurde.

Auch als Kind war Holenstein ein angefressener Fastnächtler. Für ihn gab es nichts Schöneres als mit den Tüüfel mitzugehen. Doch nicht nur in dieser Verkleidung fühlte er sich wohl. «Meine Mutter hat uns Kindern früher jedes Jahr neue Gwändli genäht», erinnert er sich. Die Begeisterung ist bis heute geblieben.

«Es gibt für mich kein Gümpeli-Mittwoch ohne Verkleidung.»

In den Fussstapfen von KKS und Christian Gross

Vor 25 Jahren kam Mike Holenstein schliesslich die Ehre zuteil, die Wiler Fastnacht als Narrenprinz zu erleben. «Das war damals eine sehr spannende Erfahrung», sagt er. Nun folgt mit seiner Wahl zum 31.Hofnarr der nächste Höhepunkt. «Wenn man sich die Liste mit meinen Vorgängerinnen und Vorgängern anschaut, weiss man, was das für eine Ehre ist.» Tatsächlich bekleideten vor ihm bereits viele namhafte Persönlichkeiten dieses Ehrenamt, darunter Karin Keller-Sutter, Hausi Leutenegger und Christian Gross, um nur einige zu nennen.

Sie alle vereint, dass sie sich um Wil in besonderem Masse verdient gemacht haben. «Der Hofnarr ist das Gegenstück zum Nörgeli», erklärt Hofnarrenmutter Monika Buck. Dass die Wahl in diesem Jahr auf Mike Holenstein fiel, hängt mit seinem Engagement als Mit- und Hauptorganisator zahlreicher Feste zusammen.

Der Wiler wurde bereits mit 22 Jahren Präsident des damals neuen KTV Wil Handball. Als solcher organisierte er später 22 Jahre lang die Wiler Hofchilbi und lockte für diesen Anlass Promis wie Skifahrer Paul Accola, Vreni Schneider oder Miss Schweiz Christa Rigozzi nach Wil. Die Hofchilbi ist aber längst nicht die einzige Veranstaltung in Wil, bei der Mike Holenstein seine Finger im Spiel hatte.

Auch das Bärenfest, das inzwischen nicht mehr existiert, half er organisieren, genauso wie die Barbecue WM 1999 oder die Weinstrasse in der Altstadt, die im Mai zum dritten Mal durchgeführt wird. «Ich wollte einfach etwas organisieren, wo die Bevölkerung zusammenkommen kann.» Genau das ist es, was der gelernte Bankfachmann an Wil schätzt. «Hier werden Traditionen gepflegt und an den Anlässen trifft man immer viele Leute, die man kennt.»

Seine Hoffnung ist es, dass die junge Generation dies weiterführt und neue Ideen umsetzt. Das sei heute aber schwieriger, da die Auflagen für Veranstaltungen stetig zunehmen würden. Deshalb sei es wichtig, dass Politik und Bevölkerung die Jungen unterstützten, wo immer dies möglich ist.