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Als der Hofberg noch unberührt war

Vor 80 Jahren wechselte die Rudenzburg ihren Besitzer, in der Tonhalle Wil wurde der «Vogelhändler» aufgeführt, Maria Zurmühle-Walder vom Restaurant zur Eisenbahn erhielt die Genehmigung für den Einbau einer Pissoir- und Abortanlage im Parterre des Hauses und im «Wilden Mann» fand die
Ursula Ammann
Die Stadt Wil auf der Siegfriedkarte von 1936. Der Hofberg und das Neulandengebiet waren noch gänzlich unbesiedelt. Ebenso die heutigen Quartiere rund um die Schulhäuser Matt und Lindenhof. (Bild: Karte: pd)

Die Stadt Wil auf der Siegfriedkarte von 1936. Der Hofberg und das Neulandengebiet waren noch gänzlich unbesiedelt. Ebenso die heutigen Quartiere rund um die Schulhäuser Matt und Lindenhof. (Bild: Karte: pd)

Vor 80 Jahren wechselte die Rudenzburg ihren Besitzer, in der Tonhalle Wil wurde der «Vogelhändler» aufgeführt, Maria Zurmühle-Walder vom Restaurant zur Eisenbahn erhielt die Genehmigung für den Einbau einer Pissoir- und Abortanlage im Parterre des Hauses und im «Wilden Mann» fand die Versteigerung einer Liegenschaft mit Wohnhaus und Fabrikgebäude an der Winkelried- und Pestalozzistrasse statt. So stand es 1936 in der Wiler Zeitung. Diesen Beispielen gemeinsam ist, dass es um Gebäude geht, die damals zum Wiler Stadtbild gehörten. Wie sich dieses präsentierte, zeigt ein Blick auf eine sogenannte Siegfriedkarte (topographischer Atlas der Schweiz) aus dem Jahr 1936. Max Schönenberger hat eine solche aufbewahrt. Der Wiler sammelte über lange Zeit Landkarten. Viele davon hat er mittlerweile verschenkt. Nicht aber jene Siegfriedkarte der Stadt Wil und Umgebung, die denselben Jahrgang hat wie er – 1936.

Frischeröffnete Badi

Vor 80 Jahren stand ein Bruchteil der Gebäude, welche die heutige Stadt Wil ausmachen. Der Hofberg war damals noch gänzlich unbebaut. Auch im Gebiet Neulanden konnte man die Häuser an einer Hand abzählen. Wer auf der St. Gallerstrasse unterwegs war, dem präsentierte sich rechts und links unberührte Natur. Das Gelände des heutigen Sportparks Bergholz war 1936 noch eine einzige grüne Wiese. Das Matt- und das Lindenhofquartier waren inexistent, entsprechend gab es dort auch noch keine Schulhäuser. Die Thuraustrasse säumten jedoch bereits einige Häuser, darunter auch zwei Zeughäuser, die später durch ein drittes ergänzt wurden. Der in der Nähe liegende Friedhof Altstatt ist auf der Karte von 1936 hingegen noch nicht eingezeichnet. Verstorbene wurden jeweils bei der Kirche St. Peter beerdigt. Zudem gab es an der Bildstrasse einen kleinen Friedhof für Patienten der Psychiatrischen Klinik Wil – damals noch «Kantonales Asyl» genannt. Dessen Häuser waren bereits im Jahr 1892 bezugsbereit.

Auf der Karte regelrecht ins Auge sticht die Badi Weierwise. Sie war damals gerade einmal fünf Jahre alt. Eröffnung feierte sie im Jahr 1931. Männer und Frauen mussten jeweils getrennt baden – bis zum Badisturm von 1967.

Bauboom in den 1960er-Jahren

Zwischen 1936 und 1940 wurden in Wil gemäss Statistik 13 Einfamilien- und 19 Mehrfamilienhäuser sowie zwei weitere Gebäude gebaut. Die Einwohnerzahl stieg nur langsam. 7741 Personen waren es 1940, rund 200 mehr als zehn Jahre zuvor.

Im Jahr 1941 – man befand sich mitten im Krieg – wies die Statistik keinen einzigen Neubau aus. Einen Bauboom erlebte die Stadt Wil dann aber in den 1960er-Jahren. So hat sich die Einwohnerzahl zwischen 1950 und 1970 fast verdoppelt.

Heute umfasst der Gebäudebestand der vereinigten Stadt Wil rund 5000 Bauten mit über 10 000 Wohneinheiten. Angesichts der regen Bautätigkeit bezeichnet sich Wil selbst als «Baustadt».

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