Alltag

Das Problem mit dem Verleger «Jedes Ding an seinem Ort, spart viel Mühe, Zeit und Wort», ein Sprichwort, das von Generation zu Generation weitergegeben wird und jedem sofort einleuchtet.

Drucken
Teilen

Das Problem mit dem Verleger

«Jedes Ding an seinem Ort, spart viel Mühe, Zeit und Wort», ein Sprichwort, das von Generation zu Generation weitergegeben wird und jedem sofort einleuchtet. Nun steht dieser Lebensweisheit aber die Tatsache im Wege, dass nicht jedes Ding seinen Ort hat, vielmehr hat es seine Orte. So gehört ein Schlüssel natürlich primär ins Schlüsselloch, er kann aber durchaus auch in einer Hand-, Mantel- oder Hosentasche seine Berechtigung haben. Desgleichen verhält es sich mit dem mobilen Telefon.

Es gehört ans Ohr, in die Hand (beim Schreiben von SMS), verbringt die Zeit als Wecker auf dem Nachttisch und wird in diversen Taschen transportiert. Die Tatsache, dass einige Dinge an mehrere Orte gehören, macht das Leben unweigerlich kompliziert. Je weniger Zeit vorhanden ist, desto höher ist die Anzahl der Orte, an denen sich ein gesuchtes Utensil befinden kann.

Erst recht schwierig wird es, wenn sich der Suchende partout nicht mehr an den letzten Sichtkontakt mit dem Objekt der Begierde erinnern kann. Dies hat nichts mit der Kapazität der grauen Zellen zu tun, sondern liegt ganz einfach daran, dass man den Kopf nicht bei der Sache hatte, als der Gegenstand, wo auch immer, deponiert wurde.

Der einzige Trost an der Sache ist die Tatsache, dass das wichtigste Hilfsmittel zum Aufstöbern verlegter Dinge zwischen den Ohren angewachsen und somit stets griff-, Pardon, einsatzbereit ist.

Monique Stäger

Aktuelle Nachrichten