«Alles lief wie am Schnürchen»

Eiskunstlauf. Am Sonntag fanden in Uzwil die Ostschweizer Meisterschaften statt. Nicht weniger als 110 Läuferinnen und fünf Läufer zeigten in der Uzehalle, was sie an Sprüngen, Schrittfolgen und Ausdrucksstärke drauf hatten.

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Mehr als 100 Teilnehmer starteten in Uzwil. (Bild: art.)

Mehr als 100 Teilnehmer starteten in Uzwil. (Bild: art.)

Eiskunstlauf. Am Sonntag fanden in Uzwil die Ostschweizer Meisterschaften statt. Nicht weniger als 110 Läuferinnen und fünf Läufer zeigten in der Uzehalle, was sie an Sprüngen, Schrittfolgen und Ausdrucksstärke drauf hatten.

Während draussen das Orkantief «Xynthia» über Mitteleuropa fegte, wirbelten in der Uzehalle während des ganzen Tages die Ostschweizer Eislauftalente um die Wette, drehten Pirouetten, sprangen «Rittberger» oder den «Lutz».

Schon am frühen Morgen mussten die Jüngsten aufs Eis, danach ging es die Altersleiter hoch, bis – am frühen Abend – die Ältesten an der Reihe waren.

Zwischen Coolness und Crash

In und um der Uzehalle herrscht ein geschäftiges Treiben. Im Eingangsbereich werden noch ein paar «Trockensprünge» eingelegt, an der Bande die letzten Instruktionen gegeben. «Du musst dich schneller drehen und dann ziehen», bekommt eine Eiskunstläuferin zu hören.

Nervös nestelt sie an der Frisur herum, die eigentlich genau so perfekt sitzt wie das enge Glitzerkleid.

Noch starten drei Konkurrentinnen vor der jungen Dame, aber die Nervosität ist ihr anzusehen. Sie sitzt auf der Bank und wartet ungeduldig auf ihren Einsatz. «Nein, ich bin nicht nervös, aber komischerweise wollen das jetzt alle von mir wissen – und das macht mich dann schon ein wenig nervös», versucht sie ihren Gemütszustand zu schildern, der irgendwie, irgendwo zwischen Coolness und Angst vor einem möglichen Sturz zu pendeln scheint.

Tief durchatmen und dann noch mal die Augen schliessen, während Bryan Adams «Summer of 69» aus dem Lautsprecher ertönt und dabei eine musikalische Unbeschwertheit heraufbeschwört, die irgendwie grotesk wirkt.

Gänzlich unbeschwert kann sich an diesem Tag nur Annette Herzog geben. Die Aktuarin des Eislauf Clubs Uzwil ist nicht nur die gute Seele des Vereins, sondern hat auch den Anlass aus dem Boden gestampft. «Ich wusste ja gar nicht, wie so etwas geht», lacht sie.

Es ist ein zufriedenes Lächeln, denn: «Alles lief wie am Schnürchen, obwohl wir wegen den vielen Anmeldungen eigentlich früher anfangen mussten als geplant war.» 115 Starterinnen und Starter seien ein Top-Melderesultat. «In den letzten Jahren kamen immer so gegen 70 bis 80 an die Ostschweizer Meisterschaften. «Warum es heute so viele sind, weiss ich auch nicht», so Herzog.

Die Stimmung in der Uze-Halle ist während des ganzen Tages gut. Das Publikum ist fachkundig, applaudiert, wo etwas gut gelungen ist, oder muntert auf, wenn ein Wackeln oder gar ein Sturz zu verzeichnen war.

Trost und Tipps in einem

Klar, dass ab und zu nach dem Auftritt Tränen fliessen. «D'Aspannig isch so brutal gsi», schluchzt ein blondes Mädchen, welche nur wenige Minuten zuvor strahlend das Eis betreten und dabei einen äusserst selbstsicheren Eindruck hinterlassen hatte.

Der Vater nimmt die Tochter tröstend in den Arm, während die Trainerin gleichzeitig erklärt, was man das nächste Mal besser machen könnte.

Es gibt kein Verweilen im Sport, nur ein stetes Weiter. Das weiss auch die junge Läuferin, welche nach fünf Minuten schon wieder zu lächeln vermag: «Jetzt weiss ich, was ich das nächste Mal besser machen kann.» Ob sie die Siegerin von morgen sein wird, weiss heute niemand. Aber die Einsicht zur Verbesserung ist da.

Christof Lampart

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