Alles ist bereit für den Umbau: Spatenstich beim Wiler Pfadiheim

Die Komplettsanierung des Pfadiheims «Roter Ziegel» kommt in die nächste Phase. Am Montag wurde der Baubeginn mit dem Spatenstich lanciert. Bis Ende Jahr soll das über ein halbes Jahrhundert alte Haus modernisiert werden.

Nicola Ryser
Drucken
Teilen
Mitglieder der Pfadi, des Projektteams, Bauunternehmens, der St.  Galler Kantonalbank sowie der Stadt feiern den Spatenstich. Bilder: Nicola Ryser

Mitglieder der Pfadi, des Projektteams, Bauunternehmens, der St.  Galler Kantonalbank sowie der Stadt feiern den Spatenstich. Bilder: Nicola Ryser

Ein undichtes Dach, eine fehlende Zentralheizung, keine geschlechtergetrennten Duschen, Graffiti an den Wänden und Risse in der Fassade: Das Pfadiheim «Roter Ziegel», dass 1961 auf dem Fundament eines Hühnerstalls erbaut wurde, präsentierte sich in letzter Zeit alles andere als einladend. Folglich setzte die Pfadi Wil vor fast drei Jahren alle Hebel in Bewegung und projektierte einen Totalumbau ihres Zuhauses. Alles soll neuer, praktischer und heimeliger werden.

Das Davor: So hat das Pfadiheim «Roter Ziegel», ein Gebäude aus den Sechzigern, bisher ausgesehen.

Das Davor: So hat das Pfadiheim «Roter Ziegel», ein Gebäude aus den Sechzigern, bisher ausgesehen.

Unterstützung bekamen sie dabei von vielen Seiten. Sowohl die Stadt wie auch die St. Galler Kantonalbank und zahlreiche Stiftungen und Private beteiligten sich an der Finanzierung, ebenso fand man per Crowdfunding-Aktion Anklang in der Bevölkerung. Mit dem gestrigen Spatenstich konnte nun der nächste Schritt hin zum neuen Pfadiheim gemacht werden.

Das Danach: So wird sich das Pfadiheim ab nächstem Jahr präsentieren. Ziel ist ein moderneres, aber auch heimeligeres Haus.Visualisierung: PD

Das Danach: So wird sich das Pfadiheim ab nächstem Jahr präsentieren. Ziel ist ein moderneres, aber auch heimeligeres Haus.Visualisierung: PD

«Wir haben die Finanzierung und Bewilligung gesichert, das Konzept und die Planskizze stehen. Da uns jetzt kein Hindernis mehr im Weg ist, kommen wir endlich in die nächste wichtige Phase», sagt Projektleiter und Pfadileiter Manuel Nick beim symbolischen Startschuss der Bauarbeiten.

Höheres Dach und eigener Pfadiraum

Vor zehn Tagen habe die Pfadi mit zahlreichen Helfern mit den Ausräumarbeiten begonnen, fügt Nick an. «Dabei haben wir nicht nur 50 Jahre altes Holz raustransportiert, sondern auch Zeitungen aus den Fünfzigern entdeckt.» Die Räume des Hauses sind nun fast leer, einige Wände rausgerissen und die Fensterscheiben und WC-Schüsseln stehen bereits draussen auf dem Vorplatz. In vier Mulden sollen der Schrott und das Holz abgeführt werden. «Ab jetzt folgen aber die Hauptbauarbeiten, bei welchen wir als Pfadi nur noch sporadisch, sprich bei Schreinerarbeiten und der Aussengestaltung, mithelfen können», sagt Nick.

In den nächsten Monaten sollen die Räume des Pfadiheims vermehrt um- oder gar neugestaltet werden. Nicht nur werden die meisten Räume wie die Stube vergrössert und eine Zentralheizung eingebaut, auch wechseln die Schlafräume nach unten zu den neuen, geschlechtergetrennten Nasszellen. Die Anzahl Betten wiederum bleibt bei 30. Auch im Obergeschoss komme es zu einschneidenden Veränderungen, sagt Nick: «Das Dach wird um einen Meter gehoben. So hat es nicht nur Platz für eine Galerie, sondern auch für ein Leiterzimmer.» Dieses soll dann exklusiv der Pfadi gehören. Schliesslich werde der Neubau nicht nur dem Verein Platz bieten, sondern auch weiterhin für Schulklassenlager oder Veranstaltungen von Vereinen, Firmen und Privaten genutzt werden.

Bauende im Winter, Einweihung im Frühling

Während der Bauphase müssen die knapp über 100 Pfadimitglieder in ein Haus an der Wilerstrasse dislozieren, Lager finden zudem in auswertigen Pfadiheimen statt. «Ziel ist es, dass bis Ende 2019 der Bau abgeschlossen ist», sagt Nick. Für die aufwendigen Bauarbeiten seien 940000 Franken budgetiert, weitere 40000 bis 60000 Franken fliessen ins Mobiliar. Nick schaut jedoch schon weiter: «Geplant ist, dass wir am 4. April 2020 die Einweihung feiern.»

Pfadi kämpft um neues Heim

Das Haus Roter Ziegel soll komplett umgebaut werden, dafür setzt die Pfadi Wil viele Mittel ein. Nebst Website und Video rufen sie per Crowdfunding für Spenden auf. Ziel ist, dass der Umbau 2019 startet.
Nicola Ryser