ALLEEPROJEKT: Bäumige Zierde für Asphaltstrecke

Aus der Baumreihe auf der Nordseite der St. Gallerstrasse zwischen Wil und Zuzwil ist eine Allee geworden. In den vergangenen Tagen wurden auf der Südseite nochmals knapp 40 Ahorne und Linden gepflanzt.

Andrea Häusler
Drucken
Teilen
Baum für Baum entwickelt sich die Allee an der St. Gallerstrasse zwischen Wil und Zuzwil. (Bild: Andrea Häusler)

Baum für Baum entwickelt sich die Allee an der St. Gallerstrasse zwischen Wil und Zuzwil. (Bild: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Augenfällig wirken wird die bereits beachtlich hoch gewachsene Ahorn-Linden-Allee erst im Frühjahr, wenn das Blattwerk spriesst. Darauf freut sich Rolf Hinder vom gleichnamigen Viehhandelsbetrieb im Grund, dem die Bäume und auch ein Grossteil des Landwirtschaftslandes gehören. Dass er dort, wo der Boden in Pacht bewirtschaftet wird, die Grundeigentümerschaft für das Alleeprojekt hatte gewinnen können, machte die Fertigstellung des vor vier Jahren begonnenen Gesamtprojekts erst möglich. Und diese war verbindlich auf Ende Jahr terminiert: «Die Umsetzung erfolgte quasi in letzter Minute», sagt Rolf Hinder. Zumal die Allee als Projekt zur Verbesserung der Landschaftsqualität angemeldet und von Bund und Kanton mitfinanziert worden sei. Für Hinder war dies eine Chance, sich einen persönlichen Traum zu erfüllen und gleichzeitig etwas für die Öffentlichkeit zu schaffen. Bereits nach der Pflanzung der Baumreihe auf der Nordseite habe er ausgesprochen viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten, erinnert er sich.

Bäume als natürliche Verkehrsberuhigung

Zwischen der Strasse und dem Weideland soll später noch ein Blumenwiesenstreifen angelegt werden. Dieser dürfte die Allee zusätzlich aufwerten.

Rolf Hinder weiss um die Skepsis, welche die Polizei Bäumen im Bereich von Strassen entgegenbringt. Die Erfahrung hat ihm jedoch gezeigt, dass visuelle Impulse – wie dies unter anderem Bäume sein können – die Verkehrsteilnehmer zu langsamerem Fahren veranlassen können. «Säe ich den Mais bis unmittelbar an den Strassenrand, fliesst der Verkehr entlang des Feldes automatisch ruhiger», sagt er.

Die schweizerische Landwirtschaftspolitik hat das ihre dazu beigetragen, dass Rolf Hinders Traum wahr geworden ist. Dennoch findet er auch kritische Worte. «Die Beiträge, die es für Qualitätsprojekte wie Bäume, Alleen, Kraut- oder Blumenwiesenstreifen gibt, ermöglichen eine Kompensation der Ausfälle, die derzeit beispielsweise der tiefe Milchpreis bringt. Dennoch: Früher oder später müssen wir wieder produzieren.» Allein in der Landschafts-(qualitäts-)pflege werde die Zukunft der Landwirtschaft nicht liegen.