«Alle sind natürlich und herzlich»

Der letzte Applaus ist verklungen. Unter den Darstellerinnen und Darstellern der «Operette Sirnach» sah man nur glückliche Gesichter, als am Samstag der letzte Vorhang der Aufführung «Viktoria und ihr Husar» fiel.

Christof Lampart
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Monika Bauer Zuschauerin aus Matzingen

Monika Bauer Zuschauerin aus Matzingen

SIRNACH. Bereits das viertemal ist die Wiler Lehrerin Annemarie Zimmermann bei der Operette Sirnach mit dabei. Dass dem so ist, verwundert sie nicht, denn «die Atmosphäre hier ist einmalig». Da nimmt sie gerne die intensive Probenarbeit auf sich, obwohl sie sich dieses Mal schon fragte, ob sie die intensive Probenarbeit mit dem Beruf vereinbaren könne. Sie konnte. Und das Resultat gab ihr recht: «Es war doch super, oder?», fragt sie ihren Statistenkollegen, Matthäus Walzthöny, der neben ihr steht. Ihre noch ganz von der Energie und Magie des Auftrittes geradezu leuchtenden Gesichter machen deutlich, dass die Frage rein rhetorischer Natur war. Was auch Walzthöny bestätigt. «Bei diesem tollen Ensemble setze ich mich gerne dafür ein, dass der eigene Part bestens klappt. Hier macht es einfach Spass, sich zu engagieren.»

Müdigkeit wie weggeblasen

Das war für Walzthöny sehr wichtig, denn zum einen wohnt er in Zürich, und zum anderen könne man nur so auch das ziemlich happige Pensum bewältigen, denn schliesslich «machen wir das alles in unserer Freizeit». Annemarie Zimmermann nickt bestätigend, betont jedoch zugleich, dass «wenn ich in der Maske sitze, dann ist die ganze Müdigkeit wie weggeblasen». Schön finden beide auch, dass die Solisten «ganz natürlich und herzlich sind». Eine Gruppenbildung habe es hier zu keiner Zeit gegeben, es sei denn, man «begreift die ganze Operette Sirnach als eine Gruppe», schmunzelt Walzthöny. Damit war sicherlich auch Ramona Holy angesprochen, welche die Hauptrolle der Viktoria verkörperte. Die in Zürich wohnende Sopranistin gerät geradezu ins Schwärmen, wenn sie von der «Natürlichkeit» spricht, mit der die Sirnacher «ihre Operette leben».

Ein bisschen mehr als anderswo

Derweil verabschiedet ein paar Meter daneben gerade Oliver Kühn, welcher in den vergangenen dreieinhalb Monaten 30mal den besoffenen Bürgermeister Béla Pörkölty verkörperte, überschwenglich eine Gruppe, die extra wegen ihm gekommen ist: «Macht's gut und bis zum nächstenmal!»

Das «nächste Mal» dürfte in drei Jahren sein. Weder das Stück noch die Besetzung stehen heute schon fest. Aber Kühns Antwort macht eines deutlich: Sozusagen jede und jeder der Darstellerinnen und Darsteller kann es sich zumindest vorstellen, wieder einmal für die Operette Sirnach auf jenen Brettern zu stehen, die für so manche(n) die Welt bedeuten. Und in Sirnach – so hat es zumindest an dieser Dernière den Anschein – fast noch ein bisschen mehr als anderswo.

Matthäus Walzthöny Statist aus Zürich

Matthäus Walzthöny Statist aus Zürich

Renee Sträubli Zuschauerin aus Matzingen

Renee Sträubli Zuschauerin aus Matzingen

Die Operette Sirnach feierte am Samstag nach 30 Vorstellungen des Stücks «Viktoria und ihr Husar» die Dernière. (Bilder: art.)

Die Operette Sirnach feierte am Samstag nach 30 Vorstellungen des Stücks «Viktoria und ihr Husar» die Dernière. (Bilder: art.)

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