Alle Jahre wieder …

uzwil. Das Bier steht bereit, die Bratwürste brutzeln.

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uzwil. Das Bier steht bereit, die Bratwürste brutzeln. Am Herbstmarkt grüsst man alte Bekannte, denen man den Rest des Jahres eher aus dem Weg geht, trinkt ausnahmsweise schon mittags etwas über den Durst und benutzt freiwillig und in Anwesenheit von kleinen Kindern das Stehpissoir, das unmittelbar neben der Bahnhofunterführung steht und die Zugreisenden in Uzwil willkommen heisst.

Trügerische Idylle

Für Besucherinnen und Besucher stehen bunte Marktstände mit Herbstblumen, Süssmost und frisch geernteten Äpfeln bereit. Am meisten bewegt sich aber in den Festzelten und überall dort, wo Bier ausgeschenkt wird und Musik tönt, über die man sich den Rest des Jahres aufregen würde. Auch Geschäftsleute lassen sich den Herbstmarkt mit seinen Attraktionen nicht entgehen. Schliesslich gehört er zu den wenigen Highlights, die Uzwil zu bieten hat. Da spielt dann auch das Geld für einmal keine Rolle.

Das Kind bekommt seine Zuckerwatte, obwohl es die Bratwurst nicht fertig gegessen hat, und die Eltern gönnen sich einen Entspannungstrunk. Die Idylle wird aber schnell gestört: «Mami, chum emol!», ruft ein kleines Mädchen von einem Stand aus. Man ahnt, was der Mutter bevorsteht. Entweder wird sie gebeten, ein weiteres überteuertes Spielzeug zu finanzieren, oder sie muss ihr Kind davon überzeugen, dass die Mittagspause nicht ausreicht, um an jeder Aktivität teilzunehmen.

Heute ist auch noch ein Tag

Standbetreiber werben derweil mit Flyern, Luftballonen, Snacks und sind doppelt so freundlich als üblich. Gut für die Leute, die sich den Zmittag sparen wollen und sich stattdessen ihr Essen an den Degustationsständen zusammenklauben. Und wem das nicht reicht, der kann ja heute noch einmal im Zentrum vorbeischauen … Carmen Ferri