Alle bezahlen mit höheren Preisen

Drei Einsprachen zum «Geren» Ausgabe vom 18. Dezember

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Dieses Bauprojekt reiht sich ein in viele andere in der Region Fürstenland und Thurgau. Es geht um einen Betrieb, der im wesentlichen die Binnenwirtschaft bedient. Dazu gehören auch viele Neubauten wie zum Beispiel Super- und Baumärkte an peripheren Lagen. Die Abschottung vom ausländischen Markt durch Importbeschränkungen, Subventionen und das Tolerieren bzw. Aufrechterhalten von Handelshemmnissen und kartellistischen Absprachen erlaubt die lukrative Bewirtschaftung des schweizerischen Hochpreis-Gärtlis. Damit lassen sich Bauinvestitionen relativ risikolos amortisieren, dies im Gegensatz zu der für unsere Handelsbilanz wichtigen Exportindustrie, die unter dem hohen Frankenkurs leidet.

Aber selbst unter diesen idyllischen Verhältnissen ist der Profit pro Quadratmeter überbauter Fläche wohl schlecht (diese Firmen sind ja meist auch nicht die innovativsten), und zudem tragen – wie hier – die zahlreichen Bauzulieferer zur weiteren Zubetonierung unseres Landes bei. Weil Land und Löhne in Randlagen günstiger sind, metastasieren viele solcher Unternehmen in die Gewerbezonen von Dörfern und erwarten dann von der öffentlichen Hand, dass diese auch noch für den Bau besserer Zugangsstrassen bis hin zu Autobahnen aufkommt, was nichts anderes ist als eine weitere Subventionierung.

Letztlich bezahlen wir alle dafür mit höheren Preisen und höheren Steuern (und mehr lohngünstigeren und schlecht qualifizierten Ausländern). Unser hohes Lohnniveau wird dadurch weitgehend wieder abgeschöpft, ist aber für die Exportindustrie ein zusätzlicher Klotz am Bein. Warum hat man nicht den Mut, einer solchen Bude einmal zu sagen, dass man sie hier nicht mehr brauchen kann, dass sie in den grossen Kanton oder nach Polen gehen soll, wo es mehr Landreserven gibt, statt wegen jedem Arbeitsplatz in der Schweiz – egal welche reellen und ideellen Kosten er verursacht – in Ehrfurcht zu zerfliessen.

Andreas Ricklin

Spelterinistrasse 28

9602 Bazenheid

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