Algetshausen
Wie die Landwirtschaft unsere Böden beeinflusst – eine Maturandin hat Böden im Mittelland und Voralpengebiet untersucht

Für ihre Maturaarbeit hat Mara Toma die Beschaffenheit von Wiesen, Äckern und ehemaligen Weiden unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Die Landwirtschaft entscheidet mit, was aus den Landflächen wird.

Christoph Heer
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Mara Toma hat für ihre Maturaarbeit «Analyse und Vergleich von Böden im Mittelland und im Voralpengebiet» (im Bild, auf einer beweideten Wiese in Algetshausen) unterschiedliche Böden untersucht und dafür die Bestnote erhalten.

Mara Toma hat für ihre Maturaarbeit «Analyse und Vergleich von Böden im Mittelland und im Voralpengebiet» (im Bild, auf einer beweideten Wiese in Algetshausen) unterschiedliche Böden untersucht und dafür die Bestnote erhalten.

Bild: Christoph Heer

Mara Toma aus Algetshausen hat ein Faible für das, was sich unter der Erdoberfläche befindet. Für ihre Maturaarbeit unter dem Titel «Analyse und Vergleich von Böden im Mittelland und im Voralpengebiet» hat sich die 18-Jährige mit der Entnahme von vielen Bodenproben zum Erdmaterialprofi entwickelt. Sie nahm Bodenproben auf unterschiedlichem Terrain, in Algetshausen und auf der Chrüzegg in Wattwil. Ihr Fazit: Die Landwirtschaft beeinflusst die Wiesen und entscheidet so mit, was aus den Landflächen wird.

Toma sagt: «Mir war es wichtig, dass meine Maturaarbeit einen praktischen Teil beinhaltet. Da ich sehr gerne in der Natur bin, vor allem in den Bergen, wollte ich etwas Naturbezogenes machen», sagt sie.

Toma hat sich schon früh für die naturwissenschaftlichen Fächer interessiert, deshalb hat sie den Schwerpunkt Biochemie gewählt. Und im kommenden Sommer, also nach der Kantonsschule, will die Maturandin Erd- und Klimawissenschaften an der ETH Zürich studieren.

Geheimnisse unter der Erdoberfläche

Ob Wiese oder Acker, das Interessanteste findet sich unter der Erdoberfläche, den sogenannten Bodenhorizonten. Toma sagt:

«Von aussen sehen wir immer nur diese oberste Schicht und es scheint einfach Erde zu sein.»

Doch sobald man diese näher betrachte, kämen die kleinen, faszinierenden Details zum Vorschein, die vorher verborgen waren.

Die 18-Jährige interessiert sich dafür, wie sich Böden voneinander unterscheiden und wie sie sich verändern, je tiefer man gräbt. In ihrer Maturaarbeit wollte Toma herausfinden, wie die Landwirtschaft Einfluss darauf nimmt und den Boden «kontrollieren» kann.

Schon immer hat sich Toma gerne in der Natur aufgehalten. Sie sagt: «Ob wandern, Fahrradfahren oder im Zelt übernachten, Hauptsache draussen in der freien Natur.» Zudem engagiert sie sich als Rettungsschwimmerin und ist Mitglied der Jugendmusik Uzwil. «Das stimmt, Oboe spielen gehört auch zu meinen Hobbys», sagt sie augenzwinkernd.

Zahlreiche Bodenproben genommen

Mara Toma hat Bodenproben in Algetshausen genommen. Hierbei hat sie eine Ökowiese, einen Acker sowie einen weiteren Acker, der jedoch bis 2016 eine Weide war, untersucht. Gleichzeitig hat sie Bodenproben im voralpinen Raum genommen, genauer gesagt auf der Chrüzegg, oberhalb von Wattwil. Dort habe sie eine beweidete und eine nicht beweidete Wiese untersucht.

Die Idee dazu hatte Toma vor einem Jahr. Im vergangenen Sommer hat sie sich dann intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und angefangen Bodenproben zu nehmen. Für diese Proben hat sie etwa eineinhalb Tage gebraucht und für die Auswertung der Makronährstoffe im Labor nochmals etwa einen Tag. Geschrieben hat sie fortlaufend. Sie sagt:

«Da für mich zunächst alles Neuland war, beanspruchte es viel Zeit.»

Mara Toma hat den pH-Wert, den Kaliumgehalt, den Magnesiumgehalt und den Phosphorgehalt der obersten Schichten kontrolliert. Auch die Bodentypen hat sie eruiert.

Unterwegs mit einem Bodenbohrer

Mit einem Bodenbohrer entnahm Mara Toma die Erdproben von bis zu einem Meter Tiefe. Dadurch wurden sogenannte Bodenhorizonte sichtbar, oder einfacher: verschiedene Schichten des Bodens. Der erste Horizont, etwa beim Acker, wird durch das Pflügen sehr locker und humusreich. Weiter unten wird er zunehmend steiniger und kompakter. Sobald sich ein Merkmal verändert, kommt ein neuer Horizont. Toma hat diese Horizonte einzeln verpackt und dann ihre Makronährstoffgehalte an der Kanti Wil untersucht.

Untersucht hat Toma zum Beispiel die Farbe des Bodens, den Gehalt der Steine, die Grösse der Steine, den Humusgehalt oder den Lehmgehalt. Dabei fand sie heraus, dass die Landwirtschaft die Oberflächen sehr stark beeinflusst. Toma:

«Alle meine untersuchten Wiesentypen haben einen unterschiedlichen ersten Horizont. Der erste Horizont definiert, ob eine Wiese zum Beispiel ein Acker oder eine Ökowiese ist.»

Weiter unten in der Erde, sagt Toma weiter, wenn der Boden nicht mehr durch die Landwirtschaft beeinflusst werde, hätten dann alle Böden eine sehr ähnliche Struktur. Mara Toma hat sich für ihre Maturaarbeit die Note Sechs abgeholt.