Adventsserie (8)

Mit Racletteofen zu den Asylsuchenden in Niederhelfenschwil

Die Advents- und Weihnachtszeit ist im Jahr 2020 wegen Corona anders. Wie anders, erzählt Nicole Minnig. Sie organisiert die Adventsbegegnung jeweils am 24. Dezember in Niederhelfenschwil.

Zita Meienhofer
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Statt, dass die Asylsuchenden die Bevölkerung bekochen, geht Nicole Minnig mit dem Racletteofen zu den Menschen verschiedener Nationen nach Hause.

Statt, dass die Asylsuchenden die Bevölkerung bekochen, geht Nicole Minnig mit dem Racletteofen zu den Menschen verschiedener Nationen nach Hause.

Bild: Zita Meienhofer

Es gehörte für die Asylsuchenden der Gemeinde Niederhelfenschwil wie auch für Nicole Minnig und ihre Kollegin Rahel Eisenring zum weihnächtlichen Ritual: Am 24. Dezember zwischen 13 und 17 trafen sie sich mit der Bevölkerung der Gemeinde zur Adventsbegegnung. Für alle Besuchenden gab es Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern, gekocht, gebacken oder frittiert von den Asylsuchenden, die in der Gemeinde wohnhaft sind. Es wurde miteinander gegessen, miteinander gefeiert, miteinander zusammengesessen.

Café International ist wöchentlicher Treffpunkt

Im Januar 2018 haben Rahel Eisenring, Nicole Minnig und Smret Tewelde im Johannestübli in Niederhelfenschwil das Café International eröffnet. Dort treffen sich wöchentlich jeweils am Dienstagnachmittag Asylsuchende und die Bevölkerung aus der Gemeinde. Das Café bietet die Gelegenheit, dass sich Menschen aus verschiedenen Kulturen besser kennen lernen und dass die Asylsuchenden Deutsch sprechen können.

Serie im Advent

Den Heiligabend in einer Gruppe zu feiern, war für viele Menschen eine willkommene Gelegenheit, um nicht alleine sein zu müssen. Andere freuen sich, einige Stunden in einer besonderen – nicht immer nur besinnlichen – Umgebung sein zu können. Was passiert nun im Jahr 2020. Der «Wiler Zeitung» und dem «Toggenburger Tagblatt» erzählen die Organisatoren von ihren Ideen. (zi)

Statt im Café in der Wohnung

Im Café International haben sich die verschiedenen Nationen bislang auch am 24. Dezember getroffen. Dieses Jahr ist das allerdings nicht möglich. Nicole Minnig sagt:

«Es ist eng hier, wir haben schon sonst Platzprobleme.»

Nicole Minnig, die in der Gemeinde Niederhelfenschwil für die Asylsuchenden zuständig ist, mochte diese Adventsbegegnung nicht einfach absagen und hat sich deshalb eine Alternative ausgedacht. Statt dass die Asylsuchenden in das Café kommen und die Bevölkerung bekochen, geht Nicole Minnig zu ihnen nach Hause, im Gepäck einen Racletteofen und die entsprechenden Zutaten.

Die 19 Asylsuchenden aus Somalia, Eritrea, Syrien und Afghanistan leben in vier verschiedenen Wohnungen. «Auf diese Weise sollte es möglich sein, gemeinsam Weihnachten zu feiern.» Nicole Minnig bedauert es nicht, für einmal die Adventsbegegnungen in einem anderen Rahmen stattfinden zu lassen: «In diesem Jahr ist halt einfach vieles nicht so wie immer.»