Adventsserie (5)
«Die Adventszeit ist emotionaler»: Die Spitex Region Uzwil sorgt auch während Corona und den Festtagen für das Wohl von älteren Personen

Die rund 70 Mitarbeitenden der Spitex Region Uzwil betreuen auch in der Adventszeit und über die Weihnachtstage Klientinnen und Klienten. Darunter sind auch einsame Personen. Jedoch hätten sich während der Pandemie mehr Leute Zeit für ältere Personen genommen.

Dinah Hauser
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Für Regula Fitze, Geschäftsleiterin Spitex Region Uzwil, ist klar: Auch während der Festtage und der Coronapandemie sollen Klienten eine gute Betreuung erhalten.

Für Regula Fitze, Geschäftsleiterin Spitex Region Uzwil, ist klar: Auch während der Festtage und der Coronapandemie sollen Klienten eine gute Betreuung erhalten.

Bild: Dinah Hauser

Egal ob mit oder ohne Corona: Die Adventszeit ist irgendwie besonders. So auch für jene Personen, die mit Hilfe von Betreuung durch die Spitex zu Hause wohnen. «Es herrscht eine besinnliche Stimmung mit den geschmückten Häusern, den Samichläusen und den Weihnachtsliedern», sagt Regula Fitze, Geschäftsführerin der Spitex Region Uzwil. Sie ist seit über zehn Jahren hier tätig. Bis vor wenigen Jahren leistete sie auch sporadisch Pflegeeinsätze.

Die rund 70 Spitex-Mitarbeitenden sorgen in den acht Vertragsgemeinden für das Wohl von Personen, die pflegerische oder hauswirtschaftliche Unterstützung benötigen – das ganze Jahr durch gleichermassen. «Unsere Dienstleistungen ändern sich nicht, egal ob Dezember oder Juni.» Auch während der Coronapandemie seien die Leistungen nicht eingeschränkt, aber eigens ein Schutzkonzept erstellt worden. So finden die Einsätze seither mit Maske statt.

Die Anzahl der Klienten ändere sich zwar laufend, eine Häufung von neuen Klienten oder Todesfällen sei in der Adventszeit aber nicht festzustellen. Wobei die Klienten im Regelfall über 80 Jahre alt sind. Darunter befinden sich auch einige Personen, die über 100 Jahre alt sind. Fitze sagt:

«Ich finde es toll, dass man in so hohem Alter noch zu Hause leben kann und habe grossen Respekt vor diesen Personen.»

Serie zum Advent

Die Adventszeit und den Heiligabend in einer Gruppe zu feiern, war für viele Menschen eine willkommene Gelegenheit, um nicht alleine sein zu müssen. Andere freuen sich, einige Stunden in einer besonderen – nicht immer nur besinnlichen – Umgebung sein zu können. Was passiert nun im Jahr 2020. Der «Wiler Zeitung» und dem «Toggenburger Tagblatt» erzählen die Organisatoren von ihren Ideen. (zi)

Einsamkeit sei ein Thema, denn die Spitex betreut auch einsame Personen. Dies sei jedoch nicht nur zur Adventszeit der Fall, sondern auch während des restlichen Jahres. Fitze unterstreicht aber, man müsse unterscheiden zwischen einsam sein und sich einsam fühlen. Dies würden verschiedene Personen unterschiedlich empfinden. «Während einige die Besuche der Angehörigen und Freunde vermissen, kommen andere auch ohne gut zurecht.» Fitze stellt allerdings fest: Während des Lockdowns hatten die Leute mehr Zeit für ältere Personen oder die eigenen Eltern.

Als Sieben-Tage-Betrieb ändert sich während der Adventszeit also nicht viel am Arbeitsalltag für die Mitarbeitenden der Spitex Region Uzwil. Schliesslich sind sie auch unter dem Jahr an Wochenenden und Feiertagen im Einsatz. Einzig die Stimmung sei zu dieser Jahreszeit emotionaler und es gebe tendenziell mehr Familienzusammenkünfte bei den Klienten. Fitze sagt:

«Ich hoffe, dass die zwischenmenschliche Ebene lebt.»

Sie meint damit nicht nur die familiäre Beziehung, sondern auch die Beziehung zwischen den Klienten und den Pflegenden. «Das muss sie aber auch in anderen Jahreszeiten und nicht nur zu Weihnachten.»

Spezielle Aufwände gibt es etwa bei der Verwaltung. So müssen etwa Jahresabschlüsse erstellt werden. Des Weiteren versendet die Spitex Region Uzwil den Klienten sowie dem Personal eine Grusskarte zu den Festtagen. Derzeit laufe die Personalplanung für die Festtage. «Unsere Klienten melden uns, ob sie Leistungen beziehen möchten oder wann sie Besuch haben und unsere Dienste nicht benötigen.» Mit der vorherrschenden Coronapandemie und der damit verbundenen Planungsunsicherheit für Familienfeiern gestalte sich die Planung etwas schwieriger als in anderen Jahren. Die Ferienwünsche der Mitarbeitenden könnten aber immer grösstenteils berücksichtigt werden. «In einem Betrieb dieser Grössenordnung ist das jeweils gut planbar. Glücklicherweise haben wir nicht zu wenig Personal.»