Abwasser als neuer Energieträger

UZWIL. Die Gemeinde Uzwil hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die prüfen soll, ob es sinnvoll ist, gereinigtes Abwasser aus der ARA in Niederuzwil für Heizwärme zu nutzen. Bis Spätherbst sollen die Ergebnisse vorliegen.

Urs Bänziger
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Wird das Abwasser in der ARA Niederuzwil bald als Wärmequelle für Heizanlagen genutzt? Technisch wäre dies machbar, noch offen ist die Frage der Wirtschaftlichkeit. (Bild: Andrea Häusler)

Wird das Abwasser in der ARA Niederuzwil bald als Wärmequelle für Heizanlagen genutzt? Technisch wäre dies machbar, noch offen ist die Frage der Wirtschaftlichkeit. (Bild: Andrea Häusler)

UZWIL. Die Gemeinde Uzwil möchte zur Energiewende einen aktiven Beitrag leisten und ist deshalb auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um Energieressourcen umweltschonend nutzen zu können. Nachdem Pläne für Fernwärme von der örtlichen Industrie wegen unterschiedlicher Vorstellungen wieder verworfen wurden, ist die Kläranlage in Niederuzwil im Fokus. Oder vielmehr: das dort gereinigte Abwasser.

Technisch machbar

Im Abwasser liegt ein grosses Potenzial für die Wärmegewinnung, das die Gemeinde Uzwil gerne nutzen würde. Sie hat deshalb eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, welche eine solche Nutzung aus technischer und wirtschaftlicher Sicht prüfen soll. Der Impuls zur Studie sei von einer Immobilienfirma gekommen, die in der Nähe der ARA einige Mehrfamilienhäuser besitze und die bestehenden Heizanlagen ersetzen wolle, sagt Verwaltungsleiter Thomas Stricker. Die Studie habe ergeben, dass das gereinigte Abwasser in der ARA Niederuzwil für die Wärmegewinnung genutzt werden könnte. Es stehe genügend Abwasser mit geeigneter Temperatur zur Verfügung, um eine Siedlung in der Nähe der ARA über Wärmepumpen zu beheizen. «Technisch ist die Nutzung machbar, jetzt geht es darum, abzuklären, ob diese Art von Wärmegewinnung auch wirtschaftlich sinnvoll ist», sagt Stricker. Offen sei auch die Frage, wer die Abwärmenutzung finanziert beziehungsweise wer die Trägerschaft übernimmt. Das könne sowohl die Gemeinde als auch eine private Trägerschaft sein.

Sinnvolle Ergänzung schaffen

Sollte für die Abwasserwärmenutzung in Uzwil tatsächlich konkretes Interesse bestehen, kann sich Stricker vorstellen, dass die Technischen Betriebe diese als neue Dienstleistung anbietet. Ohne das umweltfreundliche Erdgas, das in Uzwil ein wichtiger Energieträger mit einem weitverzweigten Leitungsnetz sei, zu konkurrenzieren. «Die Wärmenutzung aus Abwasser müsste eine sinnvolle Ergänzung schaffen», betont Stricker. Bis Spätherbst weiss die Gemeinde mehr, dann sollen die Ergebnisse der Studie vorliegen.