ABSCHLUSS: Hohe Kante wird höher

Die Jahresrechnung 2016 von Sirnach überrascht – mit einem Überschuss von 1,2 Millionen Franken. Eine Steuersenkung ist zwar nicht in Sicht. Trotzdem gibt es an der Gemeindeversammlung Grund zum Feiern.

Sandra Grünenfelder
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Sandra Grünenfelder

sandra.gruenenfelder @thurgauerzeitung.ch

Da hat das Team um Gemeindepräsident Kurt Baumann ganze Arbeit geleistet. Mit der Jahresrechnung 2016 haben sie «fast eine Punktlandung hingelegt», wie Baumann anlässlich einer Pressekonferenz preisgibt. Doch so ganz stimmt das nicht: Gerechnet haben die Sirnacher mit einem Minus von einer halben Million Franken. Ende des Jahres steht die Gemeinde jedoch mit einer Besserstellung um 1,7 Millionen Franken da.

Am budgetierten Ertrag kann es nicht liegen. Denn hier haben die Gemeindeangestellten wirklich fast ins Schwarze getroffen: 31100000 Franken waren es Ende Jahr und somit nur 70000 Franken mehr als budgetiert. Was hat also zum Gewinn von 1,2 Millionen Franken in der Gemeindekasse geführt? «Der Aufwand ist tiefer, als wir das prognostiziert hatten», sagt Baumann. Im Budget hatte die Gemeinde mit einem Verlust von einer halben Million Franken gerechnet. Dass dabei etwas Kalkül mitgespielt haben könnte, wollen Gemeindepräsident Baumann und der Präsident der Schulkommission, Urs Schrepfer, nicht gelten lassen. «Als wir das Budget erstellt haben, hätten wir den Stimmbürgern gern die jetzigen Zahlen präsentiert», so Schrepfer. Für das positive Ergebnis seien Faktoren verantwortlich, die seitens der Gemeindeverwaltung im Voraus nur schwer abzuschätzen ­gewesen seien. Einer davon sei beispielsweise der Preisverfall in der Baubranche. «Den starken Wettbewerb haben wir ausgenutzt», sagt Baumann, «und dadurch 18 Prozent des bewilligten Kredits für die Sanierung der Standbachstrasse gespart.» Auch die Schulaufwände liegen unterhalb der roten Budgetlinie. «Das Ergebnis zeigt, dass unsere Mitarbeiter mit ihrem zur Verfügung stehenden Budget sehr kostenbewusst umgehen», sagt Schrepfer.

Einsparungen bei der Sozialhilfe

Die grösste Einsparung erzielte die Gemeinde jedoch im Bereich der öffentlichen Sozialhilfe. Knapp 350000 Franken tiefer als geplant sind die Aufwände ausgefallen. Insgesamt konnte beim Posten Soziale Wohlfahrt fast eine halbe Million Franken eingespart werden. Nur bei den Einnahmen der Gemeindesteuern realisierte ein Minderertrag von 100000 Franken. Die Steuerkraft pro Einwohner ist deshalb auch leicht gesunken. Was für die Gemeinde aber kein Nachteil ist. Denn dadurch erhöhte sich der Finanzausgleichsbetrag. Am 23. Mai können die Sirnacher über die Gewinnverteilung abstimmen. 70000 Franken sollen dabei ins Eigenkapital fliessen. Trotz des Überschusses sieht Baumann von einer Steuersenkung ab. «In den nächsten Jahren stehen grosse Investitionen an. Dann brauchen wir den finanziellen Spielraum.» Dabei spricht Baumann auch die geplante Sanierung der Turnhalle Birkenweg an.

Neben den Standardtraktanden, Einbürgerungen und der Jahresrechnung, hat die kommende Gemeindeversammlung noch mehr zu bieten. Auf dem Trockenen wird laut Baumann nämlich niemand sitzen bleiben. Anlässlich des 20-Jahre-Jubi­läums von Sirnach findet im Anschluss ein Apéro statt. «Wir wollen auf 20 Jahre Politische Gemeinde Sirnach anstossen», sagt Baumann. Darum rechne er auch mit einer kurzen Abhandlung der Traktanden. Ebenfalls wird eine Ausstellung mit historischen Bildern und Ereignissen der Gemeinde zu sehen sein.

Gemeindeversammlung

Dienstag, 23. Mai, 19.30 Uhr

Gemeindezentrum Dreitannen