Kultur
Absagen und Livestream-Alternativen: Corona hat den Wiler Kulturbahnhof wuchtig getroffen

Die Lichtblicke in den Sommermonaten vermochten die Jahresbilanz des Vereins Kulturzentrum Wil als Betreiber des Gare de Lion zu verbessern, aber nicht zu retten. Gleichwohl weist die Kasse kein Defizit aus – auch dank namhafter Spenden.

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Vereinspräsident Manuel Quinter (links) verabschiedet Simon Müller aus dem Vorstand.

Vereinspräsident Manuel Quinter (links) verabschiedet Simon Müller aus dem Vorstand.

Bild: PD

Das Coronajahr 2020 hat die gesamte Kulturbranche hart getroffen. Der Verein Kulturzentrum Wil als Betreiber des Gare de Lion Wil ist da keine Ausnahme. Dies wurde an der Mitgliederversammlung deutlich. Manuel Quinter, der dem Verein seit einem Jahr als Präsident vorsteht, sprach im Zusammenhang mit der Präsentation von Impressionen, von einem Kulturprogramm, das zwischen März und Oktober wegen der Covid-19-Massnahmen zeitweilen komplett eingestellt werden musste. «Über vierzig Veranstaltungen mussten verschoben oder abgesagt werden.»

Livestream statt Publikumskulisse

Ein Lichtblick über die Sommermonate sei das Aussengastronomieprojekt «Bar de Lion» gewesen, sagte Quinter. Dieses habe sich, über die vielen guten Rückmeldungen von Gästen hinaus, auch positiv auf die Jahresrechnung ausgewirkt. Weiter konnte im Herbst das «SoundSofa Festival» durchgeführt werden, das trotz des nassen Wetters grossen Anklang fand. Gegen Ende des Jahres fanden vereinzelt wieder Veranstaltungen im Club statt. «Diese mussten allerdings teilweise ohne Gäste als Livestream durchgeführt werden», sagte Manuel Quinter.

Überschuss dank Spenden

Weniger dramatisch präsentieren sich die Zahlen in der Jahresrechnung, welche von Kassier Michael Schlauri vorgelegt wurde. Zwar waren die Ticketumsätze auf fast einen Viertel des Vorjahres eingebrochen, doch erhielt der Verein Kulturzentrum Wil im Gegenzug beachtliche finanzielle Unterstützung von Privatpersonen, Künstlern und Firmen. So durften im vergangenen Jahr Spenden im Betrag von über 25'000 Franken entgegengenommen werden. Diese trugen dazu bei, dass das schwierige Kulturjahr dennoch mit einem Einnahmenüberschuss von rund 8000 Franken abgeschlossen werden konnte.

Simon Müller tritt zurück

Der im Vorjahr erneuerte Vereinsvorstand stellte sich bis auf Simon Müller erneut zur Wahl. Simon Müller war über neun Jahre im Gare de Lion aktiv; anfangs auf betrieblicher Ebene mit Öffentlichkeitsarbeit und dem Aufbau des Hip-HopEventlabels «Save The BAMF», später im Vorstand mit diversen Projekten.

Künftig besteht der Vereinsvorstand aus Manuel Quinter, Michael Schlauri, Michael Häseli und Matthias Loepfe. Oliver Wiesendanger, Rebekka Bannwart und Michael Sarbach sind in ihrer Funktion als Betriebsleitung von Amtes wegen weiterhin Teil des Vorstands. (pd/red)

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