Abfallsäcke weg von der Strasse

JONSCHWIL. Die Gemeinde Jonschwil will bei der Kehrichtentsorgung innerhalb von rund drei Jahren flächendeckend auf Unterflurbehälter umstellen. Die Bauverwaltung hat den Auftrag, rund 30 Standorte zu evaluieren.

Urs Bänziger
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Wie auf dem Foto in St. Gallen sollen auch die Einwohner der Gemeinde Jonschwil ihre Abfallsäcke in Unterflurbehältern deponieren. (Bild: Ralph Ribi)

Wie auf dem Foto in St. Gallen sollen auch die Einwohner der Gemeinde Jonschwil ihre Abfallsäcke in Unterflurbehältern deponieren. (Bild: Ralph Ribi)

An Strassen deponierte Abfallsäcke sind nicht schön anzusehen. In der Gemeinde Jonschwil sollen sie deshalb verschwinden. Der Gemeinderat hat beschlossen, auf Unterflurbehälter (UFB) umzustellen. Innerhalb von rund drei Jahren sollen die teils unter dem Boden befindlichen Sammelcontainer flächendeckend an rund 30 Standorten in der Gemeinde eingeführt werden.

Stefan Frei: Vorteile überwiegen

Gemeindepräsident Stefan Frei ist zuversichtlich, dass das vom Gemeinderat gesetzte Ziel umgesetzt werden kann. Erfahrungen mit Unterflurbehältern in anderen Gemeinden seien positiv. Dass die Umstellung aber auch auf Kritik stösst, wie zum Beispiel in Zuzwil, ist sich der Gemeindepräsident bewusst. Er ist jedoch überzeugt, dass die Vorteile überwiegen.

Einer der Vorteile sei, dass mit Unterflurbehältern Transportwege bei den Sammeltouren eingespart werden können. UFB würden es den Einwohnern erlauben, ihren Kehricht zu jeder Zeit, unabhängig von den Abfuhrtagen, zu entsorgen, was vor allem bei Ferien oder bei Feiertagen von Nutzen sei. Ein wesentlicher Vorteil sei, dass keine Abfallsäcke mehr an den Strassen stehen und weniger Geruchsprobleme oder von Tieren zerrissene Säcke entstehen.

Weniger Behinderungen

Es komme immer wieder vor, dass Einwohner den Kehricht zu früh auf die Strasse stellen und dann Füchse, Hunde und andere Tiere auf der Suche nach Fressbarem die Säcke aufreissen und eine Sauerei hinterlassen, sagt der Gemeindepräsident. Zudem könnten mit den UFB Behinderungen in den Wohnquartieren durch Kehrichtfahrzeuge verringert und dadurch die Verkehrssicherheit erhöht werden.

Ein Nachteil entstehe dagegen für nichtmobile Personen, die einen weiteren Weg mit dem Abfallsack zurücklegen müssen. Stefan Frei: «Es wäre wünschenswert, wenn in den Quartieren der Gemeinde eine gewisse Solidarität für diese Personen entsteht und man zum Beispiel den Kehrichtsack der betagten Nachbarin zum Sammelbehälter mitnimmt.» Nicht zu vermeiden sei wohl auch, dass mit dem Auto zu den Standorten der UFB gefahren werde.

Die 30 vorgesehenen Standorte sollen denn auch sinnvoll das Einzugsgebiet abdecken. «Für die Benützer und auch die Entsorgungslastwagen ist eine gute Erreichbarkeit wichtig», betont der Gemeindepräsident. Er geht davon aus, dass von den evaluierten Standorten nicht alle auf öffentlichem Grund stehen. Die Gemeinde wird deshalb mit den Landeigentümern Kaufverhandlungen führen müssen. Für einen Unterflurbehälter werden sechs bis sieben Quadratmeter Land gebraucht. Ein normaler Sammelcontainer ragt rund 1, 2 Meter aus dem Boden, unter dem Boden benötigt er eine Tiefe von rund zwei Metern.

Nicht mit Steuergeldern

Wie Stefan Frei sagt, übernimmt der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) die Kosten für die Unterflurbehälter, wenn die Gemeinde diese als Erschliessung erstellt. Die Tiefbauarbeiten und ein allfälliger Landerwerb gehen zulasten der Gemeinde. Allerdings nicht auf Kosten von Steuergeldern, wie Frei betont. Die Finanzierung erfolge über die Abfallrechnung der Gemeinde.