Abfallentsorgung einmal anders

Seit Jahren absolviere ich täglich in Oberuzwil meinen meditativen Tagesmarsch, kreuz und quer durch die Natur, in der Umgebung und durchs Dorf, als Arbeitspause und zum Nachdenken über dies und jenes.

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Seit Jahren absolviere ich täglich in Oberuzwil meinen meditativen Tagesmarsch, kreuz und quer durch die Natur, in der Umgebung und durchs Dorf, als Arbeitspause und zum Nachdenken über dies und jenes.

Lange Zeit hat mich herumliegender Abfall am Wegrand gestört. Leere PET- und Glas-Flaschen, Aluminium-Büchsen, Plastik jeglicher Art, Tetra- und Zigaretten-Packungen – alles schwer abbaubares Material.

Bis ich einmal einen guten Bekannten aus dem Emmental zu Besuch hatte, um ihm und seiner Familie auf einem Stadtrundgang die schöne und interessante Stadt St. Gallen etwas näherzubringen. Plötzlich griff mein Bekannter nach einer im Brunnen schwimmenden leeren Bierdose, nahm sie mit und entsorgte sie im nächsten Abfallkorb. «Ich mache dies immer, weil mich der schlecht abbaubare Abfall halt stört», war seine Bemerkung, so ganz nebenbei.

Fällt kein Zacken aus der Krone

Auf meinem nächsten Marsch dachte ich darüber nach und kam zum Schluss, dass mir eigentlich auch «kein Zacken aus der Krone fällt», wenn ich solche unachtsam weggeworfene Gegenstände aufhebe und entsorge. Zudem ist Bücken ja auch noch gesund. Seither ärgere ich mich nicht mehr über herumliegenden Abfall, sondern tue im bescheidenen Rahmen etwas dagegen.

Auf einem einstündigen Marsch sammle ich manchmal so bis zu vier oder fünf Hundeabfallsäckli voll Gegenstände ein (habe immer eine Anzahl davon dabei) und entsorge sie im nächsten Abfallkübel. Soweit nichts Spezielles.

Nun habe ich mir aber noch weitere Gedanken darüber gemacht. Die Reinigungsdienste der Gemeinde sind permanent an der Arbeit und erfüllen ihre Aufgabe so gut es geht.

Es ist aber kaum mehr möglich, Trottoirs, Plätze und Fusswege durch die Gemeindearbeit auf diese Weise immer sauber zu halten.

Vielleicht gibt es Nachahmer

Weniger «Littering» ist meiner Ansicht nach nur durch Sensibilisierung der Bevölkerung für dieses Thema möglich. Wenn sich in einer kleinen Gemeinde wie Oberuzwil nur ein Dutzend Nachahmer finden lassen, so wäre schon viel geholfen.

Denn nebst den Kopflosen gibt es zum Glück immer noch Leute, die gelernt haben, Abfall richtig zu entsorgen und sich daran halten.

Es ist einer von mehreren Wegen im Kampf gegen das hässliche Littering. Wer weiss, vielleicht gibt es Nachahmer.

Elmar Rüfenacht Austrasse 18 9242 Oberuzwil

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