ZAB investiert weiter in die Zukunft: Abfall wird zum begehrten Rohstoff

Der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) ist längst zum Energiepark geworden und wird weiter optimiert und ausgebaut. Dazu braucht es aber genügend Siedlungs- und Industrieabfälle.

Hans Suter
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Der Zuzwiler Gemeindepräsident Roland Hardegger wurde in den Verwaltungsrat des ZAB gewählt. Seinen bisherigen Platz in der Kontrollstelle nimmt neu die Gossauer Stadträtin Claudia Martin ein. (Bild: Hans Suter)

Der Zuzwiler Gemeindepräsident Roland Hardegger wurde in den Verwaltungsrat des ZAB gewählt. Seinen bisherigen Platz in der Kontrollstelle nimmt neu die Gossauer Stadträtin Claudia Martin ein. (Bild: Hans Suter)

Der ZAB geht davon aus, dass er 2019 in seinen thermischen Anlagen 145000 Tonnen Abfälle verwerten wird. Die Mitgliedgemeinden sind verpflichtet, die anfallenden Siedlungsabfälle wie Hausmüll, Papier oder Glas dem ZAB zuzuführen. Neu müssen dies auch Unternehmen mit weniger als 250 Vollbeschäftigen tun, wie am Donnerstagabend an der Delegiertenversammlung des ZAB in Kirchberg erklärt wurde.

Verkauf von Strom und Wärme rechnet sich

Aus dem Abfall stellt der ZAB Strom, Dampf und neu auch Fernwärme her. Die Abfallverwertung und der Verkauf daraus entstehender Produkte lohnen sich. Für 2019 wird laut Verwaltungsratspräsident Kurt Baumann ein Umsatz von 35 Millionen Franken erwartet, woraus nach Abschreibungen von 3,9 Millionen Franken ein Gewinn von 3,7 Millionen Franken resultieren soll. Da der ZAB nicht gewinnorientiert ist, erhalten die Gemeinden neu einen Sammelstellenbeitrag von acht statt bisher drei Franken pro Einwohner. Bei mehr als 180000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Einzugsgebiet geht das ins Geld.
Laut Geschäftsführer Claudio Bianculli wird der Energiepark weiter optimiert. Im Zentrum stünden aktuell der Ersatz der nasschemischen Rauchgasreinigung durch eine Trockenreinigung. Zudem soll eine 35 Jahre alte Feuerungslinie ersetzt werden. Auch die Stromproduktion soll weiter gesteigert werden, während zugleich Massnahmen zur Senkung des eigenen Energieverbrauchs umgesetzt würden. Zu einem grossen Thema werde auch die Rückgewinnung von Phosphor aus dem getrockneten Klärschlamm.

Neues Lehrmittel für Primarschüler

Ökologisches Verhalten beim Verhindern und Sammeln von Abfall ist auch eine Bildungsfrage. Deshalb hat der ZAB zusammen mit dem Verein Energietal Toggenburg zwei neue Unterrichtsangebote für Primarschulen erarbeitet: das Modul «Abfallwerkstatt» für die 2./3. Klasse und das Modul «Energielabor» für die 4./5. Klasse. Die Kernbotschaft lautet: Abfälle sind Rohstoffe. Ab Januar können die Module von den Schulen kostenlos gebucht und mit einer ZAB-Besichtigung ergänzt werden.