Abendmusik-Zyklus
«Sonus Brass Ensemble» in der Kirche Oberglatt: Live für 50 Gäste, Livestream für den Rest

Zwei Jahre nach dem ersten Kontakt war es am Samstag endlich so weit: Das österreichische Bläser-Quintett Sonus Brass Ensemble gasterte in der Flawiler Kirche Oberglatt.

Christof Lampart
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Das Sonus Brass Ensemble aus Vorarlberg entzückte das Publikum mit seinem ebenso raffinierten Vortrag.

Das Sonus Brass Ensemble aus Vorarlberg entzückte das Publikum mit seinem ebenso raffinierten Vortrag.

Bild: Christof Lampart

Corona fordert allen Beteiligten viel Durchhaltevermögen ab. Und das Programm war am Ende sowieso anders als ursprünglich gedacht. Doch das focht am ersten, kalten und späten Maiabend, als die letzten Töne in der Kirche Oberglatt verklungen waren, niemanden mehr an, als sich das Publikum zum Applaus dankbar von den Sitzen erhob.

«Ein Auftritt ist durch nichts zu ersetzen»

Für die Vorarlberger Bläser Stefan Dünser, Attila Krako (beide Trompete), Jan Ströhle (Posaune), Zoltan Holb (Horn) und Harald Schele (Tuba) zum einen, weil sie am Ende eines langen Leidensweges endlich wieder das tun durften, was sie am liebsten tun. Oder wie es Dünser, ans Auditorium gewandt, hoffnungsvoll zu Konzertbeginn formulierte: «Dass wir nun einander wieder gegenüberstehen dürfen, freut Sie vielleicht genauso wie uns». Gerade einmal ein Zehntel der geplanten Auftritte hätten sie im letzten Jahr durchführen können. Entsprechend gross sei nun das kollektive Aufatmen: «Wir haben die Zeit genutzt, um uns musikalisch weiterzuentwickeln, aber ein Auftritt ist durch nichts zu ersetzen. Das Publikum in Oberglatt war sensationell», schwärmte Dünser nach dem Konzert.

Livestream zum Nachhören

Auch der künstlerischen Leiterin des Abendmusikzyklus Flawil-Gossau, Brigitte Maier Büchel, war die Erleichterung anzumerken. «Wir haben lange gebibbert und gewartet und sind jetzt froh, dass wir dafür belohnt werden». Obwohl nur gerade 50 vorangemeldete Abonnenten eingelassen werden durften. «Natürlich wäre es anderes herum schöner gewesen. Aber wir haben den Abend gefilmt und werden alle, die nicht teilnehmen konnten, den passenden Link mailen», so Maier Büchel.

Emotional sehr berührend

Den «Link» zum Publikum fand das Ensemble hingegen schnell. Interessante Bearbeitungen streicherlastiger (barocker) Werke wie beispielsweise Telemanns a-Moll-Sonate für Violine, Oboe und Violoncello oder des bekannten Préludes aus Edvard Griegs Suite «Aus Holbergs Zeit» rissen die Zuhörerschaft vor allem wegen der berührenden Interpretation emotional geradezu von den Sitzen. Dass die Künstler keinerlei Berührungsängste andere Genres gegenüber hegen, offenbarten sie zudem auch bei der gekonnten Interpretation von Duke Ellingtons Klassikers «In a sentimental Mood».