AADORF: Hoffnungsschimmer für die Depressionsklinik

Gibt es doch noch eine Zukunft für die Privatklinik Aadorf? Der Verwaltungsrat führt derzeit Gespräche mit einem privaten Investor. Eine weitere Option könnte sein, dass sich die Klinik von der bisherigen Eigentümerin löst. Stichtag ist neu der 8. Dezember.

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Ob hier in Aadorf ab April weiterhin Menschen mit Depressionen und Essstörungen behandlet werden, ist weiter offen. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Ob hier in Aadorf ab April weiterhin Menschen mit Depressionen und Essstörungen behandlet werden, ist weiter offen. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Rund einen Monat, nachdem die 122 Angestellten der Privatklinik Aadorf über die wahrscheinliche Schliessung informiert worden waren, fand gestern eine weitere Mitarbeiterversammlung statt. Dabei war zu erfahren, dass das Konsultationsverfahren, welches ursprünglich am 20. November geendet hätte, bis zum 8. Dezember verlängert wird. Es gibt also einen Silberstreifen am Horizont.

Zwei Möglichkeiten haben sich herauskristallisiert, wie die Klinik doch noch gerettet werden könnte. Einerseits laufen Gespräche mit einem privaten Investor. Andererseits steht ein mögliches Management-Buyout zur Debatte. Das würde bedeuten, dass sich das aktuelle Management der Hinterthurgauer Privatklinik von der bisherigen Eigentümerin, der Di-Gallo-Gruppe, loslösen würde und mindestens die Mehrheit des Kapitals übernähme. Ohne die Erfolgsaussichten dieser beiden möglichen Lösungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt beurteilen zu können, ist der Verwaltungsrat zum Schluss gekommen, diese Möglichkeiten vertieft zu prüfen.

Und wie gross sind die Chancen auf eine Rettung? «Es ist ein Weg, der gangbar sein könnte. Allerdings müssen schnell konkrete Lösungen gefunden werden», sagt Jörg Denzler, Medienbeauftragter der Privatklinik Aadorf. Sollte sich keine dieser Möglichkeiten realisieren lassen, erfolgt die Schliessung am 31. März 2018 – einen Monat später als einst angekündigt. Die Kündigungen für alle Mitarbeiter würden per Ende 2017 ausgesprochen.

Auf die Frage, ob es seit Bekanntwerden der möglichen Schliessung Kündigungen des Personals gab, sagt Denzler: «Es ist nicht so, dass der Klinikbetrieb beeinträchtigt wäre. Die Belegschaft wartet nun ab, ob sich noch eine Lösung ergibt.»

Sollte die 1998 gegründete Privatklinik, die sich auf Depressionen und Essstörungen spezialisiert hat, geschlossen werden, wäre ihr ein Rechtsstreit zum Verhängnis geworden. Die Zürcher Gesundheitsdirektion warf dem Thurgauer Regierungsrat vor, mit der Klinik ein Überangebot geschaffen zu haben. Das Bundesverwaltungsgericht teilte die Meinung. Die Klinik steht nun auf der Thurgauer Spitalliste weiter mit nur vier Betten, ist aber von der Zürcher Liste verschwunden.

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch