RAUMPLANUNGSPROJEKT: Durch Grünanlagen zum Uze-Turm

Studierende der ETH haben sich mit der Frage beschäftigt, wie der öffentliche Raum in Uzwil aufgewertet werden könnte. Entstanden ist ein Modell voller kreativer Ideen und Visionen.

Andrea Häusler
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Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel (Mitte) lässt sich von den Studierenden der ETH das Modell erklären. (Bilder: Andrea Häusler)

Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel (Mitte) lässt sich von den Studierenden der ETH das Modell erklären. (Bilder: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Marco Bruggmann habe sich spontan bei ihm gemeldet mit der Idee, den öffentlichen Raum zu analysieren und ein Projekt zu erstellen , sagt Gemeindepräsident Lucas Keel. Bruggmann studiert an der ETH und wohnt in Uzwil. Entsprechend vertraut sind ihm die Vorzüge und Defizite des Dorfs. Das Potenzial wollte er gemeinsam mit sechs Mitstudierenden und dem ehemaligen St. Galler Stadtplaner Mark Besselaar eruieren und schliesslich als Projektvorschlag aufarbeiten. Innerhalb von zwei Wochen, während der Semesterferien.

Dafür verwandelte sich der Gruppenraum des Feuerwehrdepots in Niederuzwil in ein Loft, wo diskutiert, geplant, konstruiert, gegessen und geschlafen wurde. Am Anfang habe die Entwicklung Uzwils gestanden, sagte Matthias Mahler, ein weiterer Uzwiler im Team, an der Präsentation der Projektidee. Gewachsen um das industrielle Zentrum, verfüge das Dorf sowohl in der Nord-Südachse als auch in der Ost-West-Ausrichtung über viele, allerdings nicht zusammenhängende Grünflächen.

Zwei Wege quer durch Uzwils grünen Ring

Ziel der Projektarbeit war es schliesslich, diese «äussere Landschaft» zu aktivieren und grossflächig zu verbinden: mit Fusswegen. Ein Gehweg beginnt am Standort der Migros und führt fast parallel zur Bahnhofstrasse durch die (auch privaten) Grünanlagen in Richtung Niederuzwil. Hier kommt ein zweiter, quer zur Hauptverbindung verlaufender Weg hinzu, der einerseits den Bereich um das Seniorenzentrum Sonnmatt und den Friedhof erschliesst und anderseits das Schwimmbad anbindet. Bei den beiden Wegen gehe es nicht um effiziente Fussgängerverbindungen, betonte Marc Bruggmann in der Erläuterung des Projekts, sondern darum, den Raum zu öffnen und das vorhandene Grün wahrnehmbar zu machen.

Das Wegnetz ist konzeptionell mit vielerlei strassen- und städtebaulichen Anpassungen verbunden: sanften Eingriffen, aber auch fundamentalen Veränderungen. So geht die Planung beispielsweise von einer Verlegung des heutigen Migros-Standortes aus, die eine Neugestaltung des zentralen Areals als Begegnungsraum ermöglichte. Gleichzeitig sieht das Modell eine Aufteilung der Volumen der Bühler-Produktionshallen vor, eine strassenquerende Passerelle und eine Aussichtsplattform, den Uze-Turm im Bereich des heutigen Fussballplatzes sowie einen Weiher nahe des Freibads. Lucas Keel äusserte sich anerkennend und versicherte, dass die Arbeit nicht schubladisiert werde. «Der Gemeinderat wird sich am Strategieworkshop von Ende Februar damit befassen, was Utopie ist, bzw. umsetzbar wäre.» Das umfangreiche Gedankenmaterial sei ohnehin geeignet, Denkblockaden zu lösen und Uzwils Möglichkeiten völlig unvoreingenommen zu betrachten.

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