75 bewegte Jahre

Christliche Bauernbund (CBB) Bazenheid-Kirchberg-Gähwil feierte sein 75-jähriges Bestehen Nach einem feierlichen Gottesdienst in der Heiligkreuzkirche in Kirchberg begaben sich die Mitglieder und Gäste zum «Toggenburgerhof», um die 75.

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Blumen zum Geburtstag: Gesteck vor dem Pfarreiheim Kirchberg. (Symbolbild: seb.)

Blumen zum Geburtstag: Gesteck vor dem Pfarreiheim Kirchberg. (Symbolbild: seb.)

Christliche Bauernbund (CBB) Bazenheid-Kirchberg-Gähwil feierte sein 75-jähriges Bestehen

Nach einem feierlichen Gottesdienst in der Heiligkreuzkirche in Kirchberg begaben sich die Mitglieder und Gäste zum «Toggenburgerhof», um die 75. Hauptversammlung abzuhalten. Nach einem Tischgebet des Präsidenten Guido Scheiwiller wurde ein feines Essen serviert.

Jakob Büchler zu Gast

Die Allgemeine Umfrage nutze Jakob Büchler, Kantonalpräsident des CBB, um seine Worte an die Anwesenden zu richten. Er meinte: Wie man auf der Einladungskarte sehen konnte, lösten die Traktoren die Ochsen als Zugtiere ab. Das brauchte allerdings seine Zeit. Als vor 75 Jahren der Kantonale katholische Bauernbund, wie er damals hiess, den Meilenstein legte, folgten in verschiedenen Regionen Gründungen von Sektionen. Büchler betonte auch, dass es nicht nur ums Geld gehe, sondern dass Werte wie Gemeinschaft, Familie, Vertrauen hochgehalten werden müssten.

Anschliessend sprach Christoph Häne, Gemeindepräsident von Kirchberg, zu den Anwesenden. Die Gemeinde Kirchberg zähle heute noch 160 landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe. Kirchberg bestehe aus 90 Prozent Kulturland inklusive Wald, das es zu bewirtschaften gelte. In den 75 Jahren gab es einen sehr grossen Wandel, damals seien es 500 Bauernbetriebe auf dem Gemeindegebiet gewesen.

Christoph Häne betonte in seiner Rede weiter, dass es ihm am Herzen liege, dass der CBB sich weiter für die Werte der Familie, der Schöpfung, des Zusammenhaltes und der Dankbarkeit für Wetter und Ertrag einsetze. Schliesslich wünschte er dem Verein alles Gute für die Zukunft.

Rückblick aufs Jahr 1936

Präsident Guido Scheiwiller blickte auf die Anfangsjahre zurück: also auf die Jahre 1936 bis 1976. Der Anstoss für die Gründung gab Pfarrer Gschwend. Der CBB wurde aus einer politisch und sozial schwierigen Lage des Bauernstandes hervorgerufen. Bei einer ersten Zusammenkunft folgten der Einladung 100 Männer, wovon 70 Mitglieder wurden. Der Jahresbeitrag betrug damals einen Franken. Kurz darauf wurden auch Gruppen in Bazenheid und Gähwil gegründet. Es wurden Referate zu den Problemen der Landwirtschaft gehalten: «Einseitige Produktion und Exportschwierigkeiten» beispielsweise.

Während des Zweiten Weltkrieges waren Anbauschlacht und Verteilung der Lebensmittel zentrale Themen. Die Milchmenge ging zurück, die Käselager schrumpften und es wurde Pflicht, sämtliche überschüssige Milch in die Käsereien zu liefern.

Im Jahr 1951 beschloss der Vorstand, Bildungsabende durchzuführen. Diese sollten den geistlichen Horizont der Bauern erweitern und den jungen Bauern ermöglichen, sachlich zu lernen und als Vereinsfunktionäre zu amtieren. Im Jahr 1953 wurden die Betriebsgrössen diskutiert. Sie waren oft zu klein, um zu überleben. Das führte dazu, dass Kinder zu früh eingespannt und den Frauen zu viel zugemutet wurde.

Hat das Pferd ausgedient?

1959 trat der Gründungspräsident Alois Schönenberger zurück, und der langjährige Kassier Josef Schättin übernahm das Amt. Es wurde beschlossen, einen Erntedanksonntag einzuführen, an dem erstmals auch Frauen und Töchter teilnehmen sollten.

Im Jahr 1966 stellten sich die Mitglieder die Frage: Hat das Pferd ausgedient? Der Bestand nahm nach dem Kriegsende und wegen der steigenden Mechanisierung drastisch ab. So meinte ein Bauer damals: Das Pferd müsse versteuert werden, der Traktor aber nicht.

1973 lehnten die Mitglieder des CBB Kirchberg die Aufnahme von Frauen in den Verein ab. Dies obwohl zwei Jahre zuvor auf nationaler Ebene Frauen das Recht zur Mitgliedschaft erlangt hatten. Die Begründung der CBB lautete: Nicht beide Elternteile können am gleichen Abend weggehen. Ab 1976 beschäftigte den CBB der Glaubensschwund zusehends.

Nach diesem Rückblick würdigte Pfarrer Stefan Tönz Josef Schättin für seine 40 Jahre Tätigkeit in den Kommissionen im Dienste des Bauernbundes.

Zweiter Rückblick folgt

Nach dem ersten Teil des Rückblickes zeigte Sandro Scherrer aus Dietfurt Bilder seiner Reise mit der Postkutsche. Vor vier Jahren spannte er seine Pferde das erste Mal ein, um mit der Postkutsche wie in alten Zeiten über den Gotthard zu reisen. Dieses Jahr wird er zum vierten Mal losziehen, um mit den Pferden von Dietfurt nach Airolo zu reisen. Er wusste viel Interessantes zu erzählen.

Danach zeigte die Gymnastikgruppe zu rassiger Musik eine Choreographie auf der Bühne.

Da die Zeit zu schnell fortgeschritten war, wird der Rückblick der fehlenden 35 Jahre Vereinsgeschichte im Anschluss an die Maiandacht im Restaurant Rose Müselbach erfolgen. Die Maiandacht – der nächste Anlass des CBB – findet am Sonntag, 1. Mai, um 20 Uhr, in der Kapelle Müselbach statt. (red.)