72 Prozent fliessen direkt in Projektarbeit

WIL. Das in Wil beheimatete Hilfswerk Miva Schweiz hat im vergangenen Jahr 69 Projekte in 26 Ländern unterstützt. Trotz dieser positiven Bilanz macht Miva ein markanter Einbruch bei den Projekt- und Gönnerbeiträgen zu schaffen.

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Kennt jedes Projekt: Miva-Geschäftsleiterin Gabriella Wiss vor der Projektkarte. (Bild: Hans Suter)

Kennt jedes Projekt: Miva-Geschäftsleiterin Gabriella Wiss vor der Projektkarte. (Bild: Hans Suter)

Das Zewo-zertifizierte Hilfswerk Miva Schweiz mit Sitz in Wil unterstützt die Finanzierung und professionelle Beschaffung von zweckmässigen Transport- und Kommunikationsmitteln für die Selbsthilfe in armen Ländern des Südens. Finanziert wird die Arbeit des Hilfswerks durch Beiträge der öffentlichen Hand, Spenden und Legate.

Schwieriges 2014

Das Jahr 2014 erwies sich als schwierig, wie sich in der Rechnung zeigt. Die Gesamterträge mit 2,046 Mio. Franken nahmen im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um rund 277 000 Franken ab. Das entspricht einem Minus von rund 12 Prozent. Dieser Minderumsatz setzt sich insbesondere zusammen aus Allgemeinen Erträgen (–17 %) und Projektbeiträgen (–30 %). Gewichtige Abnahmen bei den Fundraising-Erträgen (Projektbeiträge) waren vor allem bei den Kantonen und Gemeinden, Kirchgemeinden sowie institutionellen Geldgebern zu verzeichnen. Gemeinden und Kantone stellten Miva Schweiz im vergangenen Jahr 54 Prozent weniger Projektbeiträge als 2013 zur Verfügung. Bei den institutionellen Gönnern waren es sogar 59 Prozent weniger. Einzig bei den Legaten (Vermächtnisse) konnte Miva zulegen (+32 %).

69 Projekte unterstützt

Mit 1,2 Millionen Franken an Projektgeldern wurden 69 Projekte in 26 verschiedenen Ländern unterstützt. 97 Prozent der Gelder flossen in Transportmittel, 3 Prozent in Kommunikationsmittel. Dabei wurden hauptsächlich Projektpartner in afrikanischen (55%) und lateinamerikanischen (37%) Ländern unterstützt. Die restlichen Projekte (8%) wurden in Asien verwirklicht. All diese Faktoren beeinflussen den Spendenfranken 2014 positiv: Rund 72 Prozent eines gespendeten Frankens gingen direkt in die Projektarbeit. «Dies ist für ein kleines Hilfswerk wie Miva Schweiz, das ohne Deza-Beiträge und ohne Glückskette auskommen muss, ein sehr erfreuliches Resultat», schreibt Geschäftsleiterin Gabriella Wiss.

Hauptversammlung

Am nächsten Samstag, 9. Mai, findet an der FHS St. Gallen die jährliche Vereinsversammlung des Hilfswerks Miva Schweiz statt. CVP-Kantonsrat Felix Bischofberger, Präsident, und Gabriella Wiss, Geschäftsleiterin, führen durch die Versammlung. Vor der offiziellen Vereinsversammlung wird kulturinteressierten Gästen eine Kunstführung von Anna Maria Nänny durch die Räume der FHS St. Gallen geboten (Treffpunkt Aula). Die offizielle Versammlung beginnt um 14 Uhr.

Yvonne Gilli engagiert sich

Zur Wiederwahl in den Vorstand stellen sich der Jurist Victor Meyer (Vizepräsident) und die Wiler Ärztin und Grünen-Nationalrätin Yvonne Gilli. Zur Neuwahl stellen sich Mauro Clerici und Gallus Eberle. Abschliessend werden Einblicke in die Projektarbeit von Miva gegeben. Gabriella Wiss berichtet mit Miva-Projektleiter Peter Ganther von ihrer Projektreise nach Guatemala, Honduras und Mexiko. Gabriella Wiss besuchte Miva-Projektpartner und prüfte die korrekte Verwendung der Spendengelder. Damit sollen Einblick in die Projektarbeit gewährt sowie Vertrauen und Transparenz geschaffen werden. (pd/hs.)

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