70 Prozent Ja-Stimmen erreichen

Am 28. November fällt das Stimmvolk einen für den Wiler Breiten- und Spitzensport weitreichenden Entscheid: Soll der Sportpark Bergholz für 57 Millionen Franken gebaut werden? Am Mittwoch wurde ein Ja-Komitee gegründet.

Christof Lampart
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Rund 50 Personen, darunter zahlreiche Vertreter der Sportvereine und der lokalen Politik, fanden am Mittwochabend den Weg ins Mattschulhaus, um sich dort von den Komitee-Initianten um Albert Schweizer über deren Beweggründe und Ziele informieren zu lassen. Das Co-Präsidium des Komitees Pro Sportpark Bergholz, dem gegenwärtig rund 50 Personen angehören, bilden Marianne Mettler, Martin Schär und Albert Schweizer. Rund ein halbes Dutzend Personen nimmt weitere Chargen im Komitee ein.

Die Komiteemitglieder wurden ebenso einstimmig gewählt wie auch die kurzen Statuten gutgeheissen wurden.

Erst ein Drittel beisammen

«Wir wollen uns breit abstützen, so dass wir für die verschiedensten Personengruppen und Quartiere Ansprechpartner haben», erklärte Schweizer. Denn die Abstimmung sei zu wichtig, als dass sie verloren gehen dürfte.

«Ich habe einmal erfahren müssen, bei der ersten Stadtsaal-Abstimmung, dass etwas in die Hosen geht, wenn man es zu leicht nimmt», so Schweizer. Dieses Mal strebt Schweizer jedoch nicht nur «50 Prozent plus eine Stimme», wie der Präsident der IG Wiler Sportvereine, Roger Stöcker, vorsichtig formulierte, an, sondern eine Zustimmung von «70 Prozent». Er ist sich allerdings bewusst, dass bis zu diesem Ziel noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden müsse. «Wir werden deshalb noch mit den verschiedensten Bevölkerungsgruppen reden müssen», so Schweizer.

Also den Bewohnern im Südquartier, den täglichen Pendlern, Familien usw. Gegenwärtig ist die Kasse für den Abstimmungskampf mit 16 000 Franken gefüllt. Das reiche bis Ende September, nicht aber für die «heisse Phase», die danach einsetze, erklärte Schweizer. Insgesamt rechnet das Komitee mit einem Finanzbedarf von 40 000 bis 50 000 Franken.

Das sehe vielleicht nach viel Geld aus, doch müsse man sich bewusst sein, wie wichtig die Vorlage nicht nur für den Breiten-, sondern auch für den Spitzensport sei. Der FC Wil bekäme keine Spielerlaubnis mehr und auch für die Nachwuchsmannschaften sei bei einem Nein das Aus eine beschlossene Tatsache, erklärte ein Vereinsvertreter.

Warum Wellness?

Doch es gab auch kritische Stimmen im Publikum. Warum es eine Wellness-Anlage brauche, wollte eine Dame wissen. Architekt Kay Kröger erklärte, dass mit dem Wellness-Bereich keine Vier-Stern-Hotel-Wellness-Anlage angedacht sei, sondern lediglich eine Sauna, ein Whirlpool und ein beheizbares Aussenbecken, so dass auch im Frühling draussen gebadet werden kann. «Das gehört heute nun mal zum Standard eines Hallenbads», so Kröger. Zudem werde mit diesem Angebot die gesamte Anlage aufgewertet.

«Es kann gut möglich sein, dass wir so auch Vereine und Verbände haben, die dann bei uns ihr kurzes Trainingslager aufschlagen, weil die Infrastruktur stimmt», so Schweizer. Zusätzliche Parkplatzprobleme – im Vergleich zur Gegenwart – sollte es keine geben, denn Eishalle (ca. 1000 Plätze) und Fussballstadion (6000 Plätze) seien in den bereits heute bestehenden Dimensionen geplant.

Das Bauvorhaben sprengt mit Kosten von 57 Millionen Franken alles, was bis dato in der Äbtestadt je gebaut wurde. Und dennoch sei dieses Geld, so Schweizer, «gut angelegt». Denn das Bergholz sei als Sportanlage heruntergewirtschaftet, da man in den letzten knapp fünf Jahrzehnten zu wenig zu einem nachhaltigen Substanz-Erhalt beigetragen habe. Der vom St.

Galler Architekturbüro «K&L» entworfene Sportpark Bergholz sei, so Schweizer, da man ihn aus einem Guss planen und somit finanzielle, ökologische und bauliche Synergien zwischen den Bereichen Hallenbad, Freibad, Wellness, Eishalle und Fussballstadion nutzen könne, zwar nicht billig, aber auf jeden Fall die kostengünstigere Variante als eine Sanierung der bestehenden Anlagen, welche auch 38 Millionen kosten würde, jedoch keine nachhaltige Verbesserung der Lage brächte.