70 dürften verkauft werden

Die Stadt Wil besitzt 160 Liegenschaften. Zwölf veräusserbare Liegenschaften haben einen Wert von mehr als einer Million Franken. Zwei sind gegenwärtig von besonderem Interesse: Die Liegenschaft Turm und das Zeughausareal.

Philipp Haag
Merken
Drucken
Teilen
Gegenwärtig wird eine Studie erarbeitet, wie die Liegenschaft Turm nach dem Auszug des Sicherheitsverbunds Region Wil genutzt werden kann. (Bild: Ursula Ammann)

Gegenwärtig wird eine Studie erarbeitet, wie die Liegenschaft Turm nach dem Auszug des Sicherheitsverbunds Region Wil genutzt werden kann. (Bild: Ursula Ammann)

WIL. Der Stadtrat wollte sich die Befugnis für das Veräussern von Liegenschaften auf eine Million Franken erhöhen. Auf Antrag der Grünen Prowil verweigerten die Stadtparlamentarierinnen und Stadtparlamentarier der Exekutive an der letzten Parlamentssitzung die Anhebung der Kompetenz mit der Differenz von einer Stimme. Die Befugnis verbleibt bei 500 000 Franken (unsere Zeitung berichtete). Der Stadtrat zeigte sich enttäuscht, da er sich von der Erhöhung einen flexibleren Handlungsspielraum erhoffte, akzeptierte aber den Entscheid. Er hat nun die Möglichkeit, auf die zweite Lesung für die neue Gemeindeordnung, die voraussichtlich am 5. November stattfindet, den Antrag erneut zu stellen. Ob er dies tut, ist ungewiss. «Der Stadtrat hat sich noch nicht entschieden», sagt Stadtschreiber Christoph Sigrist.

90 dürfen nicht verkauft werden

Wie viele Liegenschaften besitzt die Stadt Wil überhaupt? Es sind um die 160 Gebäude und Grundstücke, wie Stadtrat Marcus Zunzer auf Anfrage erläutert. 90 sind dem Verwaltungsvermögen zugeordnet. Diese Liegenschaften dürfen nicht veräussert werden, da sie der Erfüllung der öffentlichen Aufgabe dienen. Darunter fallen das Rathaus und die Schulhäuser. Die 70 Liegenschaften im Finanzvermögen dürfen hingegen verkauft werden. 24 haben einen Wert von über einer halben Million Franken. Bei der Hälfte – also zwölf – beläuft sich der Wert auf mehr als eine Million Franken. Diese sind unter anderen der Bleicheplatz, das Zeughausareal und die Liegenschaft Turm an der Tonhallenstrasse. Beim keinem steht unmittelbar ein Verkauf an.

Zum Bleicheplatz ist ein Postulat von Dario Sulzer (SP) aus dem Jahr 2012 hängig. Der heutige Stadtrat forderte damals eine Aufwertung und Attraktivitätssteigerung des Platzes mitten in der Stadt, eingeschlossen Räume für Dienstleistungsbetriebe sowie für urbanes Wohnen. Die Stadtregierung verpflichtete sich damals, bis in diesem Jahr Stellung zu beziehen. Die Antwort auf das Postulat soll nun in den nächsten Tagen erfolgen.

Studie zu Liegenschaft Turm

Bei der Liegenschaft Turm läuft eine Studie, wie Zunzer sagt. Die Stadt erwirbt das Gebäude vom Sicherheitsverbund Region Wil, der an der Bronschhoferstrasse ein neues Betriebsgebäude erstellt. Übertragen an die Stadt wird die Liegenschaft mit dem Auszug des Sicherheitsverbunds, was gegen Mitte des Jahres 2017 der Fall sein dürfte. «Es wird geprüft, für welche Nutzung das Gebäude in Zukunft geeignet ist», sagt Zunzer. Etliche Ideen sind im Umlauf: Als Schulraum, als Abteilung der Stadtverwaltung, als Hotel, als Bed-and-Breakfast, für Gewerbe-/Dienstleistungsbüros oder als Kulturzentrum, wie die IG Kultur Wil fordert. Die Ideen und Anfragen – gegen zehn Vereine und Organisationen aus Wil und Umgebung haben sich bei der Stadt gemeldet – werden nun gesammelt. Quasi in einem Ausschlussverfahren soll im Anschluss ein Konzept erstellt werden. Zunzer erwartet, bis Ende Jahr die ersten Ergebnisse vorliegen zu haben.

Zeughausareal liegt auf Eis

Die Zukunft des Zeughausareals, das sich nun seit zehn Jahren im Besitz der Stadt befindet, ist erstmals auf Eis gelegt. Ursprünglich plante die Stadt, bis in das laufende Jahr ein Richtprojekt sowie einen Gestaltungsplan vorzulegen. Im Jahr 2012 war ein Ideenwettbewerb durchgeführt worden, aus dem ein Siegerprojekt hervorging. Doch nun wird die städtische Ortsplanung revidiert, die als Basis für den Zonenplan dient. Ausserdem wird das Zeughaus im nächsten Jahr als temporäres Schulhaus benötigt, weil der Lindenhof umgebaut wird, wie Zunzer anmerkt. Ebenfalls ein Grund, weshalb es der Stadt mit der Umnutzung des Zeughausareals nicht eilt, ist die Bautätigkeit in unmittelbarer Nähe auf der unteren Klosterwiese, wo in Etappen bis zu 330 Wohnungen entstehen sollen. «In den nächsten Jahren wird auf dem Zeughausareal voraussichtlich kein Projekt realisiert», sagt Zunzer.